Chronische Leberentzündung
Was ist das? - Definition
Von einer chronischen Leberentzündung oder Hepatitis spricht man, wenn eine Leberentzündung länger als sechs Monate anhält. Häufige Ursachen sind Virusinfektionen wie Hepatitis B oder C sowie Fettleber- oder Alkoholerkrankungen. Die Leber ist wichtig für Stoffwechsel und Entgiftung. Eine dauerhafte Entzündung schädigt diese Funktionen zunehmend. Gefährlich ist, dass die Erkrankung oft lange ohne Beschwerden verläuft, obwohl die Leberschäden fortschreiten.
Krankheitsbild
Eine chronische Leberentzündung (chronische Hepatitis) liegt vor, wenn eine Entzündung der Leber länger als sechs Monate anhält. Am häufigsten wird sie durch Virusinfektionen, vor allem mit Hepatitis B oder C verursacht. Auch eine nicht durch Alkohol verursachte Fettleber oder alkoholbedingte Lebererkrankungen können die Ursache sein. Seltener sind Medikamente oder Autoimmunerkrankungen verantwortlich. In Deutschland haben mehr als eine Million Menschen eine chronisch entzündete Leber.
Die Leber ist ein zentrales Organ für Stoffwechsel, Entgiftung und die Bildung lebenswichtiger Eiweisse. Eine dauerhaft entzündete Leber kann diese Aufgaben immer schlechter erfüllen. Das Gefährliche an der chronischen Hepatitis ist, dass sie bei vielen Betroffenen über Jahre kaum Beschwerden verursacht, aber dennoch fortschreitende Schäden entstehen können.
Symptome / Verlauf
Viele Betroffene haben lange Zeit keine oder nur unspezifische Symptome. Häufige Beschwerden sind
- anhaltende Müdigkeit,
- Leistungsabfall,
- Appetitlosigkeit,
- Juckreiz,
- ein Druckgefühl im rechten Oberbauch.
Diese Anzeichen werden oft nicht mit einer Lebererkrankung in Verbindung gebracht. Im weiteren Verlauf können sich zusätzliche Symptome entwickeln, etwa
- Übelkeit und Erbrechen,
- grosse Müdigkeit,
- Gelenkbeschwerden,
- starke Schmerzen im Oberbauch.
Bei manchen Menschen treten auch Konzentrationsstörungen oder Stimmungsschwankungen auf.
Unbehandelt schreitet die Entzündung langsam voran. Die Leber wird zunehmend geschädigt, oft über viele Jahre hinweg. Der Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich und hängt unter anderem von der Ursache, dem Lebensstil und einer möglichen Behandlung ab.
Folgen / Komplikationen
Eine chronische Leberentzündung kann zu schweren Leberschäden führen. Eine häufige Spätfolge ist eine Leberzirrhose, bei der gesundes Lebergewebe durch Narbengewebe ersetzt wird. Symptome einer fortgeschrittenen Lebererkrankung sind kleine, spinnartige Blutgefässe auf der Haut, eine Vergrösserung der Milz oder eine Rötung der Handflächen. In fortgeschrittenen Stadien drohen Komplikationen wie Bauchwassersucht, Blutungsneigung, Verwirrtheitszustände oder ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs. Eine Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht) kann vorkommen, ist aber eher selten und steht oft in Zusammenhang mit einem Leberversagen.
Ursachen / Risikofaktoren
Häufige Ursachen einer chronischen Hepatitis sind Virusinfektionen: Hepatitis B-Viren werden über Blut und Körperflüssigkeiten übertragen zum Beispiel bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder Blutkontakten. Hepatitis C wird meist durch Blutkontakt übertragen, oft zum Beispiel durch gemeinsam genutzte Spritzen beim Drogenkonsum, aber auch beim Sex.
Weitere mögliche Ursachen sind langjähriger Alkoholkonsum, bestimmte Medikamente, Autoimmunhepatitis sowie seltene Stoffwechselerkrankungen. Eine chronische Leberentzündung kann auch auf eine nichtalkoholische Fettleber zurückgehen. Dies entsteht durch Übergewicht, Diabetes oder zu hohe Blutfettwerte.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Was Ärztinnen und Ärzte klären zunächst die Ursache der chronischen Hepatitis und leiten davon abhängig eine passende Behandlung ein. Sind Medikamente die Ursache, sollten sie abgesetzt und gegebenenfalls ersetzt werden. Bei Virushepatitis kommen antivirale Medikamente zum Einsatz, die die Vermehrung der Viren hemmen. Ist eine nichtalkoholische Fettleber die Ursache, kann es helfen, das Gewicht zu reduzieren oder den Insulinspiegel beziehungsweise die Blutfettwerte unter Kontrolle zu bringen. Eine gesunde Lebensweise trägt dazu bei, aber auch Medikamente können hier zum Einsatz kommen. Bei einer Autoimmun-Hepatitis wiederum werden Medikamente eingesetzt, die die Entzündung hemmen wie Kortikosteroide oder Immunsuppressiva.
Das kann man selbst tun: Betroffene selbst können die Leber entlasten, indem sie konsequent auf Alkohol verzichten, Medikamente nur nach Rücksprache einnehmen, auf eine ausgewogene Ernährung achten und ärztliche Termine zuverlässig wahrnehmen.
Bearbeitungsstand: 30.12.2025
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.