Baby & Familie

Angst vor Spritzen: Was Kindern hilft

20.11.2017

Viele Kinder fürchten sich vor Arztbesuchen, vor allem dann, wenn eine Impfung ansteht. Wie stark die Angst ist, hängt offenbar auch mit dem Verhalten ihrer Eltern vor und während des Arztbesuches zusammen. Welches die besten Strategien sind, beschreiben kanadische Forscher in der Fachzeitschrift Pain.

Wie Eltern ihren Kindern die Angst vor Spritzen nehmen können.
Eltern können einiges dafür tun, um ihrem Kind die Angst vor einer Impfung zu nehmen.
© Monkey Business - Fotolia.com
  1. Eine wichtige Rolle spielen Maßnahmen, die Kindern dabei helfen, ihre Ängste besser zu bewältigen. So ist es zum Beispiel hilfreich, dem Kind zu sagen, dass es tief und ruhig atmen soll.
  2. Auch Ablenkung ist den Forschern zufolge eine gute Bewältigungsstrategie, zum Beispiel mit Hilfe eines Mobiltelefons oder indem man Pläne für die Zeit nach dem Arzttermin macht.
  3. Noch wichtiger könnte es sein, negative oder angstfördernde Verhaltensweisen zu vermeiden. So sollten Eltern das Wiederholen von Phrasen wie „Es ist okay, alles wird gut“ vermeiden. Diese können ein Kind in seiner Angst bestärken, da Eltern oft nur dann betonen, dass etwas okay ist, wenn es das gerade nicht ist.
  4. Kritik hilft Kindern ebenfalls nicht, besser mit ihrer Angst umzugehen. Sie kommt in Formulierungen wie „starke Mädchen weinen nicht“ oder „sowas machen große Jungens nicht“ zum Ausdruck.
  5. Eltern sollten es zudem vermeiden, sich für die bevorstehende Impfung zu entschuldigen. Sätze wie „Es tut mir leid, dass das jetzt passiert“ verstärken Ängste und Schmerzempfinden.

Die Wissenschaftler hatten im Rahmen ihrer Studie Informationen von 548 Kindern ausgewertet, darunter Verhaltensweisen, die einen Hinweis auf den Grad von Angst und Schmerzen gaben, wie etwa das Verziehen des Gesichts, die Beinaktivität, Weinen oder wie gut sich Kinder trösten ließen. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass Kinder die Angst vor Spritzen bewältigen können, wenn sie dabei von ihren Eltern unterstützt werden. Dies wirke sich offenbar auch auf das Schmerzempfinden aus. „Wenn Kinder im Vorfeld der Impfung Angst vor der Nadel hatten, hatten sie nach der Impfung stärkere Schmerzen“, sagt Senior-Autorin Professor Rebecca Pillai Riddell von der York University.

HH

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