Obwohl Kinder und Jugendliche ihre Salbutamol-Druckgasinhalatoren nutzten, verschlechterte sich ihr Asthma stark: Von solchen Fällen aus Großbritannien berichtet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit (1/2026). Es stellte sich heraus: Die Betroffenen hatten im Akutfall einen Inhalator, der unbemerkt leer geworden war, oder keinen Ersatzinhalator bei sich. So etwas kann im Ernstfall dramatische Folgen haben.
Fünf Tipps, um im Notfall einen sicheren Inhalator zu haben
Um die Sicherheit zu erhöhen, empfiehlt das BfArM einfache, aber wichtige Maßnahmen im Alltag:
- Dosiszähler kontrollieren: Wie viele Hübe sind noch vorhanden?
- Rechtzeitig Ersatz besorgen
- Gerät überprüfen: Mundstück sauber und frei?
- Sprühstoß testen
- Wirkung beobachten
Wenn die Wirkung nachlässt, sollte die Anwendungstechnik und das Gerät kritisch überprüft werden. Besonders bei Wirkstoff- oder Produktwechsel ist es ratsam, sich die Anwendung des neuen Inhalators demonstrieren und sich bei Bedarf schulen zu lassen. Das BfArM rät das den Betroffenen, aber auch Eltern, pflegenden Angehörigen und anderen Bezugspersonen.
Ersatzinhalator kann im Notfall entscheidend sein
Gerade bei schwerem Asthma raten die Fachleute, immer einen funktionsfähigen Ersatzinhalator dabei zu haben.
Wichtig dabei:
- regelmäßig Füllstand und Haltbarkeit prüfen
- sicherstellen, dass das Gerät funktioniert
- bei anderem Modell erneut die Anwendung erklären lassen
Apotheken-Dienstleistung: Einweisung in korrekte Inhalationstechnik
Viele Apotheken bieten die pharmazeutische Dienstleistung „Einweisung in die korrekte Inhalationstechnik“ an: Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren können für sie kostenfrei die Inhalationstechnik in der Apotheke üben, wenn sie einen Inhalator neuverschrieben bekommen haben oder den Inhalator wechseln. Sie können die Dienstleistung alle 12 Monate in Anspruch nehmen, wenn sie in dieser Zeit keine Schulung bekommen haben und nicht im DMP Asthma/COPD eingeschrieben sind.
Das BfArM-Autorenteam schlägt vor, zu prüfen, ob diese Dienstleistung nicht stärker genutzt werden kann. Dazu gehört auch eine Checkliste: Sie sollte einen Warnhinweis zu potenziell leeren Inhalatoren ohne Zählwerk und ohne wahrnehmbaren Sprühstoß ergänzt werden.
Mehr Inhalator-Anwendungsfehler in Deutschland?
Probleme mit Inhalatoren könnten sich auch in Deutschland mehren: Denn bei Lieferengpässen für Salbutamol-haltige Medikamente und Importarzneimittel ist zu erwarten, dass die Inhalatoren häufiger getauscht werden. Die Inhalatoren erforderten häufig eine unterschiedliche Handhabung und verschiedene Inhalationstechniken, so die Autoren des BfArM. Das Risiko für Anwendungsfehler steige insbesondere bei kurzfristigen oder häufigen Produktwechseln ohne neue Einweisung in Apotheken.