Für mehr Sicherheit im Notfall bei Asthma: Das empfiehlt das BfArM zu Inhalatoren, Ersatzgeräten, Anwendungen und Schulungen.

Obwohl Kinder und Jugendliche ihre Salbutamol-Druckgasinhalatoren nutzten, verschlechterte sich ihr Asthma stark: Von solchen Fällen aus Großbritannien berichtet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit (1/2026). Es stellte sich heraus: Die Betroffenen hatten im Akutfall einen Inhalator, der unbemerkt leer geworden war, oder keinen Ersatzinhalator bei sich. So etwas kann im Ernstfall dramatische Folgen haben.
Um die Sicherheit zu erhöhen, empfiehlt das BfArM einfache, aber wichtige Maßnahmen im Alltag:
Wenn die Wirkung nachlässt, sollte die Anwendungstechnik und das Gerät kritisch überprüft werden. Besonders bei Wirkstoff- oder Produktwechsel ist es ratsam, sich die Anwendung des neuen Inhalators demonstrieren und sich bei Bedarf schulen zu lassen. Das BfArM rät das den Betroffenen, aber auch Eltern, pflegenden Angehörigen und anderen Bezugspersonen.
Gerade bei schwerem Asthma raten die Fachleute, immer einen funktionsfähigen Ersatzinhalator dabei zu haben.
Wichtig dabei:
Viele Apotheken bieten die pharmazeutische Dienstleistung „Einweisung in die korrekte Inhalationstechnik“ an: Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren können für sie kostenfrei die Inhalationstechnik in der Apotheke üben, wenn sie einen Inhalator neuverschrieben bekommen haben oder den Inhalator wechseln. Sie können die Dienstleistung alle 12 Monate in Anspruch nehmen, wenn sie in dieser Zeit keine Schulung bekommen haben und nicht im DMP Asthma/COPD eingeschrieben sind.
Das BfArM-Autorenteam schlägt vor, zu prüfen, ob diese Dienstleistung nicht stärker genutzt werden kann. Dazu gehört auch eine Checkliste: Sie sollte einen Warnhinweis zu potenziell leeren Inhalatoren ohne Zählwerk und ohne wahrnehmbaren Sprühstoß ergänzt werden.
Probleme mit Inhalatoren könnten sich auch in Deutschland mehren: Denn bei Lieferengpässen für Salbutamol-haltige Medikamente und Importarzneimittel ist zu erwarten, dass die Inhalatoren häufiger getauscht werden. Die Inhalatoren erforderten häufig eine unterschiedliche Handhabung und verschiedene Inhalationstechniken, so die Autoren des BfArM. Das Risiko für Anwendungsfehler steige insbesondere bei kurzfristigen oder häufigen Produktwechseln ohne neue Einweisung in Apotheken.
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Dem Geschmacksverlust nach Covid-19 auf der Spur, die ideale Länge des…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern