AbnehmenArzneimittel

Bekanntes Herz-Medikament lässt Pfunde schmelzen

20.04.2021

Forscher haben die Wirkung von Digoxin in Tierversuchen getestet – einem Medikament, das gegen Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche eingesetzt wird. Bei fettleibigen Mäusen reduzierte es Entzündungen und führte zu einem Gewichtsverlust von bis zu 40 Prozent. Der Wirkstoff hat jedoch seine Tücken.

Älterer Mann schaut kritisch auf eine Medikamentenpackung.
Ob bei einem Medikament Nebenwirkungen auftreten, ist oft eine Frage der Dosierung.
© PIKSEL/iStockphoto.com

Digoxin machte die Fettleibigkeit der Tiere vollständig rückgängig: Behandelte Mäuse erreichten das gleiche Gewicht wie gesunde Tiere. Die Tiere, die durch eine kalorienreiche Ernährung fettleibig waren, fraßen weiter wie zuvor. Ihr Stoffwechsel war jedoch aktiver, was zur Verbrennung von überschüssigem Fett und dem Gewichtsverlust führte. Die Mäuse wurden dadurch auch von Stoffwechselstörungen geheilt, die mit dem starken Übergewicht verbunden waren.

Fettleibigkeit geht mit Entzündungen einher, die vermutlich eine chronische Abwehrreaktion des Körpers auf Stress durch überschüssige Nährstoffe sind. Digoxin reduzierte die Produktion eines Botenstoffes namens IL-17A, der Entzündungen auslöst. Die Forscher fanden heraus, dass IL-17A direkt auf das Fettgewebe einwirkte und Stoffwechselveränderungen verursachte, die mit der Gewichtszunahme des Körpers verbunden sind, dem sogenannten metabolischen Syndrom, das Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen umfasst. „Da keine wirksamen Behandlungen für Fettleibigkeit und das metabolische Syndrom verfügbar sind, könnte Digoxin eine wirksame Option für die Therapie darstellen“, schreiben die Studienautoren im Fachjournal „Nature Metabolism“.

„Die Aussicht, dass übergewichtige Patienten für kurze Zeit Digoxin einnehmen, bis sich der Gewichtsverlust stabilisiert, und sich dann gesund ernähren, klingt verlockend“, sagte die Studienautorin Ana Teijeiro. Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass die Ergebnisse bei Mäusen erzielt wurden und zunächst beim Menschen bestätigt werden müssen. Noch dazu hat der Wirkstoff Digoxin nur eine geringe therapeutische Breite. Das heißt, wird er nur wenig zu hoch dosiert, können bereits ernste Nebenwirkungen auftreten. Bei den Mäusen in der Studie war das laut der Autoren nicht der Fall, obwohl sie eine höherer Dosis als bei Menschen üblich erhalten hatten. Doch aus der Therapie von Herzerkrankungen beim Menschen kennen Ärzte diesen Effekt des Wirkstoffs seit langem.

Quelle: DOI 10.1038/s42255-021-00371-1

 

Das könnte Sie auch interessieren

Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Anzeige
Anzeige

Vitamin D3 von Twardy

Vitamin D3 ist für den Erhalt der Knochen und die Funktion des Immunsystems von großer Bedeutung.…

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast "gecheckt!"
Ältere Frau mit Schnupfen und geschlossenen Augen.
Beratung

Podcast: Das hilft bei einer Nasennebenhöhlenentzündung

Ein häufiges Phänomen, zunächst ist einfach nur die Nase verstopft, doch dann tut nach einiger Zeit…

Telepharmazie

Sie suchen eine Apotheke mit Telepharmazieangebot?

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

Neue Apotheken Illustrierte

Alle 14 Tage neu in Ihrer Apotheke: Die NAI ist ein Magazin, das fundiert und leicht verständlich alle Fragen rund um die Gesundheit beantwortet.

nach oben
Notdienst finden