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Corona-Ausbreitung hängt kaum vom Wetter ab

Dr. Karen Zoufal  |  05.11.2020

Während die Corona-Fallzahlen im Sommer geringer waren, steigen sie jetzt im Herbst wieder deutlich an. Man könnte annehmen, dass das am Wetter liegt. Eine Studie aus Texas ist aber zu dem Ergebnis gekommen, dass andere Faktoren die Ausbreitung deutlich stärker beeinflussen als die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit.

Frau schaut mit Handy am Ohr aus dem Fenster.
Die Corona-Zahlen steigen seit Wochen wieder stark an. An den kühleren Temperaturen scheint das jedoch nicht zu liegen.
© iStock.com/Maryna Andriichenko

Die Wissenschaftler stellten fest, dass das Wetter nur zu drei Prozent für die Ausbreitung von Covid-19 verantwortlich ist. Im Gegensatz dazu wirkt sich die Mobilität der Menschen deutlich stärker aus: Reisen und der Aufenthalt fern vom Wohnort trugen mit 34 bzw. 26 Prozent wesentlich stärker zur Verbreitung der Infektion bei. Danach folgte die Bevölkerung mit 23 und die städtische Dichte mit einem Einfluss von etwa 13 Prozent.

"Die Auswirkungen des Wetters sind gering, andere Merkmale wie die Mobilität haben dagegen mehr Einfluss. In Bezug auf die relative Bedeutung ist das Wetter einer der letzten Parameter", erklärt der Studienleiter Prof. Dev Niyogi , Professor von der University of Texas in Austin. Die Ergebnisse der Studie wurden im "International Journal of Environmental Research and Public Health" veröffentlicht.

Reisen und Großstädte meiden

Das Wetter beeinflusst die Umgebung, in der das neuartige Coronavirus überleben muss, bevor ein neuer Wirt infiziert wird. Es beeinflusst auch das menschliche Verhalten, wodurch das Virus von einem Wirt auf einen anderen übertragen wird. Diese Überlegungen hatten zu der Annahme geführt, dass Covid-19 ähnlich wie die Virusgruppe saisonalen Schwankungen unterlegen sein könnte. Da dies nicht der Fall zu sein scheint, raten die Wissenschaftler dazu, persönliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und sich bewusst zu machen, dass es auf Reisen und in großen Städten häufiger zu Übertragungen kommt.

Quelle: DOI 10.3390/ijerph17217847

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