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Ig-Nobel-Preise: Fahrt über Bodenwellen zur Blinddarm-Diagnose

18.09.2015

Gestern Abend war es wieder soweit: Im Harvard’s Sanders Theatre in den USA wurden die alljährlichen Ig-Nobel-Preise verliehen - mittlerweile zum 25. Mal. Mit diesen werden ungewöhnliche und absurde Forschungsarbeiten gekürt. Einen der Preise gab es für die Erkenntnis, dass eine Autofahrt über Bodenschwellen hilft, eine Blinddarmentzündung zu diagnostizieren.

Mit dem IG-Nobelpreis werden absurde Forschungsarbeiten ausgezeichnet.
Einer kuriosen Studie zufolge gibt die Fahrt über eine Temposchwelle Hinweise darauf, ob ein Patient eine Blinddarmentzündung hat.
© Kurhan - Fotolia

Anthony Harnden von der University of Oxford und Kollegen erhielten den Ig-Nobel-Preis für Diagnostik in der Medizin. Ihnen zufolge kann bereits die Fahrt des Patienten ins Krankenhaus den Ärzten wertvolle Hinweise auf seine Erkrankung geben: Treten Schmerzen auf, wenn das Auto über Bodenschwellen zur Geschwindigkeitsbegrenzung fährt, deutet dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Blinddarmentzündung hin. Für ihre Arbeit hatten die Forscher 101 Patienten befragt, die mit Verdacht auf Appendizitis ins Krankenhaus gekommen waren. Von diesen waren 64 Patienten bei ihrer Fahrt ins Krankenhaus über ebensolche Fahrbahnschwellen gefahren. Bei 34 dieser Patienten bestätigte sich der Verdacht auf Blinddarmentzündung, davon hatten 33 Schmerzen, wenn der Wagen über die Schwellen holperte. Die große Genauigkeit sollte Ärzte dazu veranlassen, Patienten mit Blinddarm-Verdacht routinemäßig auch danach zu fragen, ob bei der Fahrt über Bodenschwellen Schmerzen aufgetreten waren.

Den Ig-Nobel-Preis für Physik erhielten Patricia Yang, David Hu, Jonathan Pham und Jerome Choo vom Georgia Institute of Technology in Atlanta, USA, die sich der Hydrodynamik des Urinierens gewidmet hatten. Sie fanden heraus, dass es nicht mit seiner Größe zusammenhängt, wie lange ein Tier üblicherweise pinkelt. Alle Säugetiere, die mehr als drei Kilogramm wiegen, brauchen demnach in etwa 21 Sekunden, um ihre Blase zu leeren, plus-minus 13 Sekunden. Ein weiterer Preis ging zur Hälfte an Michael L. Smith vom Department of Neurobiology and Behavior der Cornell University in den USA. Im Selbstexperiment hatte der Forscher nachgewiesen, wie Schmerzen durch den Stich einer Honigbiene je nach Körperstelle variieren können und eine Skala dafür entwickelt. Am wenigsten schmerzhaft waren Stiche in den Schädel, in die Spitze des mittleren Zehs und in den Oberarm, am schmerzhaftesten in die Nasenflügel, die Oberlippe und den Penisschaft. Für ähnlich kuriose Erkenntnisse wurden noch weitere 7 Preise verliehen.

HH

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