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Feinstaub: Kamine können die Luft verschmutzen

12.12.2019

Kamine und Öfen sorgen in vielen deutschen Wohnzimmern im Winter für Wärme und Gemütlichkeit. Sie haben allerdings auch Nebenwirkungen, die die Gesundheit negativ beeinträchtigen: Vor allem Feinstaub ist ein Problem.

Kamine können die Luft durch Feinstaub verschmutzen.
Kamine verbreiten leider nicht nur wohlige Wärme, sondern auch Luftschadstoffe.
© Circle Creative Studio/iStockphoto

Der Betrieb von Kamin- oder Kachelöfen zusätzlich zu anderen Heizanlagen ist in Deutschland sehr beliebt. Nach Zahlen des Berufsverbands der Energie- und Wasserwirtschaft aus dem Jahr 2015 sind in etwa einem Viertel aller Wohnungen in Deutschland zweite Wärmeerzeuger vorhanden. Befeuert werden diese häufig mit Holzscheiten oder auch Pellets, die bei ihrer Verbrennung jedoch Schadstoffe wie Feinstaub freisetzen. Diese sehr kleinen Partikel können über die Luft in die Lunge gelangen und gesundheitliche Probleme hervorrufen.

Feinstaub belastet den ganzen Körper

„Gelangen Feinstaubpartikel in die Lunge, können bereits vorhandene Allergien verstärkt oder asthmatische Anfälle ausgelöst werden“, erklärt Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der Krankenkasse Barmer. Außerdem kann Feinstaub das Herz-Kreislauf-System belasten und zu Bronchitis führen, und er steht in Verdacht, Krebserkrankungen zu erzeugen. Die kleinen Partikel könnten sogar in den Blutkreislauf gelangen und darüber in alle Organe verteilt werden, auch in das Gehirn. Sogar ein Zusammenhang zwischen Feinstaub und neurologischen Erkrankungen wie Demenz wird untersucht.

Nur trockenes Holz verwenden

„Gesundheitsrisiken können minimiert werden, indem der Kaminofen fachgerecht befeuert wird“, sagt Petzold. Dazu gehöre, nur naturbelassenes und sehr trockenes Holz zu verwenden. Ansonsten ist die Rauchentwicklung sehr stark und es entsteht viel Asche. „Das kann man am besten mit einem sogenannten Holzfeuchtemessgerät messen, das es beispielsweise günstig im Baumarkt gibt“, rät Petzold. Eine Untersuchung konnte zeigen, dass sich der Feinstaub-Ausstoß verdoppelt, wenn Holz mit einer Restfeuchte von 25 Prozent verbrannt wird, im Vergleich zu Holz mit einer Restfeuchte von 14 Prozent.

Aber auch das richtige Anzünden kann helfen, die Menge an Feinstaub in der Luft gering zu halten. Dazu solle man das Holz von oben anzünden, die Anzündhölzer also nicht unter die Holzscheite, sondern zusammen mit einem Anzünder obenauf legen. Erst, wenn diese erste Menge Holz gut brennt, wird nachgelegt und dann auch die Sauerstoffzufuhr verringert. Zudem ist es sinnvoll, den Kaminofen regelmäßig durch Fachleute warten zu lassen, um die Feinstaubbelastung möglichst gering zu halten.

Vor allem alte Kaminöfen stoßen hohe Mengen an Feinstaub aus. Was viele nicht wissen: Es gibt einen Grenzwert für Feinstaub für Heizungsanlagen, die mit Festbrennstoffen wie Holzscheiten, Pellets oder Kohle befeuert werden. Bei Bedarf müssen Ofenbesitzer sogar nachweisen können, dass dieser Wert nicht überschritten wird, ansonsten muss der Ofen erneuert oder ein Staubfilter nachgerüstet werden.

Barmer/NK

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