Krebsvorsorge für Mann und Frau: Diese Termine sind wichtig

NK

Krebs zählt in Deutschland immer noch zu häufigsten Todesursachen. In vielen Fällen lässt sich die Erkrankung aber auch erfolgreich behandeln, vor allem, wenn sie früh erkannt wird. Welche Vorsorgetermine sollten Männer und Frauen regelmäßig wahrnehmen?

Terminkalender mit dem Wort "Krebsvorsorge".
Wird Krebs in einem frühen Stadium erkannt, ist die Erkrankung oft gut behandelbar.
© filmfoto/iStockphoto

„Entdecken Mediziner Tumoren im Frühstadium, können bei zahlreichen Krebsarten neun von zehn Erkrankten erfolgreich therapiert werden. Dennoch nehmen immer noch wenige Menschen kostenlose Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung wahr“, sagt Dr. Matthias Sandmann, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin des zum Klinikverbund St. Antonius und St. Josef gehörenden Petrus-Krankenhauses Wuppertal. Der Facharzt erklärt, welche Vorsorgetermine Frauen und Männer in Anspruch nehmen sollten.

Krebsvorsorge für Frauen

1. Gebärmutterhalskrebs

Ab dem 20. Lebensjahr haben alle gesetzlich krankenversicherten Frauen die Möglichkeit, beim Frauenarzt eine kostenlose Früherkennungsuntersuchung für Krebs im Genitalbereich, insbesondere Gebärmutterhalskrebs, in Anspruch zu nehmen. Zunächst Ärzte die äußeren Genitalien und tasten anschließend die inneren Genitalien ab, um beispielsweise Verhärtungen im Bereich der Gebärmutter festzustellen. Außerdem erfolgt ein Abstrich vom Gebärmuttermund und -hals, sodass die entnommenen Zellen mikroskopisch auf mögliche Veränderungen untersucht werden können.

2. Brustkrebs

Vom 30. Lebensjahr an lässt sich beim Frauenarzt auch jährlich eine Tastuntersuchung der Brust vornehmen. Gynäkologen tasten dabei die Brüste sowie Achselhöhlen auf eventuelle Verhärtungen und vergrößerte Lymphknoten ab. Zudem geben Ärzte Anleitungen zur Selbstuntersuchung. Zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr erhalten Frauen auch alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammografie. Dabei handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der Brust, die zurzeit als effektivste Methode für die Früherkennung von Brustkrebs gilt.

3. Hautkrebs

Beim Hautarzt, Hausarzt oder Internisten können Frauen ab dem 35. Lebensjahr verdächtige Hautbereiche untersuchen lassen. Sowohl schwarzer Hautkrebs als auch heller Hautkrebs können bei der Untersuchung der Haut am gesamten Körper einschließlich des Kopfes erkannt werden.

4. Darmkrebs

Ab dem 50. Lebensjahr zählen auch Früherkennungsuntersuchungen für Dickdarmkrebs zu den Angeboten der gesetzlichen Krankenkassen. Vom Anus aus tasten Mediziner die unteren Abschnitte des Darms auf Verhärtungen oder ähnliche Veränderungen ab und untersuchen den Stuhl auf nicht sichtbares Blut. Ab einem Alter von 55 Jahren haben Patientinnen die Wahl zwischen einer Darmspiegelung und einer Untersuchung des Stuhls zur Darmkrebsvorsorge. Die Darmspiegelung hat hier den großen Vorteil, dass hierbei gleichzeitig auch Polypen abgetragen werden können, aus denen später ein Darmkrebs entstehen kann. Hier wird die Vorsorge also um die Vermeidung einer Tumorerkrankung erweitert.

Krebsvorsorge für Männer

1. Hautkrebs

Auch für Männer werden ab dem 35. Lebensjahr im zweijährlichen Abstand Hautkrebsscreenings empfohlen. Wer verdächtige Leberflecke auf seiner Haut entdeckt, sollte sich jedoch selbstverständlich schon vorher vom Hautarzt auf potenzielle Melanome untersuchen lassen.

2. Prostatakrebs

Bei Männern stellt Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung dar. Ab einem Alter von 45 Jahren sollte deshalb jährlich eine Vorsorgeuntersuchung erfolgen. Dabei tasten Ärzte die Prostata ab, um mögliche Vergrößerungen und Verhärtungen zu erkennen. Außerdem werden die Hoden auf mögliche Anzeichen von Hodenkrebs untersucht.

3. Darmkrebs

Darmkrebs gehört geschlechterübergreifend zu den häufigsten drei Krebsformen, weshalb auch für Männer ab 50 Jahren Vorsorgeuntersuchungen empfohlen werden. Bei Männern tritt Darmkrebs sogar etwas häufiger auf, sodass zu einer Darmspiegelung geraten wird, die nach 10 Jahren wiederholt werden soll. Im Alter von 50 bis 54 gehört eine Stuhluntersuchung zu den Angeboten der gesetzlichen Krankenkassen – ab 55 Jahren kann dieser Test außerdem alle zwei Jahre wiederholt werden.

„Das gesetzliche Früherkennungsprogramm mit den genannten Untersuchungen ist für Menschen ohne besonderes Krebsrisiko gedacht. Frauen und Männer mit einem erhöhten Krebsrisiko, etwa durch Vorerkrankungen oder familiäre Veranlagungen, sollten sich jedoch bei ihren Ärzten über frühere beziehungsweise zusätzliche Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchungen informieren. Auch Betroffene mit Beschwerden, die auf eine Krebserkrankung hindeuten, sollten einen Arzt aufsuchen“, rät Dr. Sandmann abschließend.

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