Nagelpilz behandeln: Stiftung Warentest empfiehlt nur 6 von 33 Mitteln

Pharmazeutische ZeitungRüdiger Freund  |  24.06.2026 15:13 Uhr

Gelbliche Verfärbungen, brüchige Nägel: Nagelpilz beginnt oft unauffällig. Wer zu lange wartet, riskiert, dass sich die Infektion ausbreitet und die Behandlung deutlich länger dauert. Stiftung Warentest hat jetzt 33 Mittel gegen Nagelpilz geprüft, aber uneingeschränkte Empfehlungen erhalten nur sehr wenige.

Frau sitzt barfuß im Gras.
Früh erkannt lässt sich Nagelpilz oft mit Präparaten aus der Apotheke behandeln.
© Liudmila Chernetska/iStockphopto

Nicht nur in Apotheken, sondern auch in Drogerien sind zahlreiche Mittel gegen Nagelpilz erhältlich - viele auch ohne Rezept. Doch längst nicht jedes Präparat ist laut Stiftung Warentest empfehlenswert. Arzneimittel haben die Nase klar vorn.

Wann Nagelpilz zum Arzt gehört

Nagelpilz heilt in der Regel nicht von allein aus. Je früher die Behandlung beginnt, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Vor allem bei einer erstmaligen Infektion sollte ein Arzt die Diagnose sichern. Das gilt auch für Menschen mit Diabetes oder anderen Grunderkrankungen. 

Ebenfalls ärztlich abgeklärt werden sollten Fälle, bei denen mehr als drei Nägel betroffen sind, mehr als die Hälfte eines Nagels befallen ist oder die Nagelwurzel bereits angegriffen wurde.

Welche Mittel gegen Nagelpilz überzeugen

Für die Selbstmedikation stehen in der Apotheke vor allem Nagellacke und spezielle Kombinationspräparate zur Verfügung. Stiftung Warentest hat sechs rezeptfreie Arzneimittel sowie fünf frei verkäufliche Medizinprodukte bewertet.

Das Ergebnis: Die ausschließlich physikalisch wirkenden Medizinprodukte, die oft auch in Drogerien erhältlich sind, konnten die Tester nicht überzeugen. Als empfehlenswert stuft Stiftung Warentest zwei rezeptfreie Arzneimittel ein:

  • einen Nagellack mit Terbinafin
  • ein Nagelset mit Bifonazol und Harnstoff

Bei Nagellacken mit den Wirkstoffen Amorolfin oder Ciclopirox sehen die Verbraucherschützer zwar Potenzial Sie halten sie jedoch nur für "mit Einschränkung geeignet". Die Wirksamkeit müsse hier noch besser nachgewiesen werden.

Was bei stärkerem Nagelpilz hilft

Hat sich der Nagelpilz bereits weiter ausgebreitet, reichen äußerlich angewendete Mittel oft nicht mehr aus. Dann kommen Tabletten zum Einsatz, die verschreibungspflichtig sind.

Als Mittel der Wahl nennt Stiftung Warentest Terbinafin. Vier entsprechende Präparate wurden als geeignet bewertet. Als “mit Einschränkung geeignet” bewertet Stiftung Warentest Fluconazol- und Itraconazol-Präparate. Sie seien weniger wirksam als Terbinafin und können häufiger Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen. Nach Einschätzung der Tester kommen sie vor allem infrage, wenn Hefepilze die Ursache der Infektion sind.

Die wichtigste Frage vor dem Kauf

Wer ein Mittel gegen Nagelpilz in der Apotheke sucht, sollte deshalb zuerst klären lassen, wie weit die Infektion bereits fortgeschritten ist. Davon hängt ab, ob ein Nagellack ausreicht oder eine Behandlung mit Tabletten notwendig wird. Eine passende Therapie spart oft Monate an Behandlungszeit und erhöht die Chancen, den Nagelpilz dauerhaft loszuwerden.

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