Krankheitsbild
Bei Säuglingskoliken stehen Bauchschmerzen im Vordergrund. Das Baby reagiert darauf mit anhaltendem Schreien, das oft am späten Nachmittag oder Abend beginnt. Die Beschwerden treten typischerweise in den ersten Lebenswochen auf und bessern sich meist ab dem dritten bis vierten Monat.
Symptome/Verlauf
Die Bauchschmerzen äussern sich durch Unruhe und starke Anspannung. Häufig zeigen sich:
- Anziehen der Beine
- harte Bauchdecke
- unruhiges Trinkverhalten
- lange Schreiphasen als Folge der Schmerzen
Der Verlauf ist meist harmlos, aber für Eltern sehr belastend. Die Beschwerden verschwinden in den meisten Fällen von selbst.
Folgen/Komplikationen
Für das Baby entstehen in der Regel keine körperlichen Schäden. Für Eltern kann die Situation jedoch sehr anstrengend sein. Schlafmangel, Unsicherheit und Überforderung sind häufig. In seltenen Fällen kann die Belastung die Eltern-Kind-Bindung beeinträchtigen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Bauchschmerzen können verschiedene Auslöser haben. Dazu zählen ein unreifer Verdauungstrakt, vermehrte Gasbildung, Luftschlucken beim Trinken oder eine erhöhte Empfindlichkeit des Babys. Auch Reizüberflutung oder familiärer Stress können das Beschwerdebild verstärken.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann vor allem mit seiner Beratung die Eltern beruhigen, andere Erkrankungen ausschliessen und bei Bedarf zum Beispiel Mittel gegen vermehrte Gasbildung einsetzen.
Das kann man selbst tun: Ruhige Rituale, Tragen, sanfte Bauchmassagen oder Anpassungen beim Füttern lindern die Beschwerden. Grenzen bestehen, wenn das Baby sich nicht mehr beruhigen lässt, ungewöhnliche Symptome auftreten oder Eltern sich überfordert fühlen. Dann sollte ärztliche Hilfe gesucht werden. Quellenangabe:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.