Baby & Familie

Soziale Netzwerke machen einsam

08.03.2017

Je mehr Zeit junge Erwachsene in sozialen Netzwerken verbringen, desto höher ist ihr Risiko, sich sozial isoliert zu fühlen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Forschern der University of Pittsburgh, die im „American Journal of Preventive Medicine“ veröffentlicht wurde. Obwohl sich Menschen auf Facebook, Twitter & Co. stetig miteinander austauschen, scheint diese Form von Kontakt offenbar kein wirksames Mittel gegen Einsamkeit zu sein.

Facebook & Co. machen einsam, wie eine neue Studie zeigt.
Soziale Medien, die eigentlich den Austausch mit Freunden und Familie fördern sollen, vermitteln offenbar das Gefühl, ausgeschlossen und einsam zu sein.
© micmacpics - Fotolia.com

Die aktuelle Studie zeigt, dass sich Personen mit mehr als 120 Minuten Social-Media-Nutzung täglich doppelt so häufig einsam fühlten wie Personen, die weniger als 30 Minuten am Tag aktiv waren. Wer sich mehr als 58 Mal pro Woche in sozialen Netzwerken aufhielt, hatte sogar ein dreifach erhöhtes Risiko, sich einsam zu fühlen – verglichen mit Menschen, die nur neunmal pro Woche aktiv waren. Der Zusammenhang sei linear, berichten die Forscher: Je mehr Zeit die Studienteilnehmer mit Facebook & Co. verbrachten, desto einsamer fühlten sie sich. Nach Ansicht der Forscher könnte die verstärkte Mediennutzung zur empfundenen Isolation beitragen, indem sie Zeit für persönliche Kontakte in der realen Welt wegnimmt. Zum anderen könnte das Betrachten von bestimmten Bildern – etwa von feiernden Freunden oder aus dem Urlaub – das Gefühl vermitteln, ausgegrenzt zu sein. Solche Fotos könnte zudem dazu beitragen, dass man das eigene Leben als weniger interessant oder erfolgreich empfindet.

„Wir wissen nicht, was zuerst da war – die Nutzung der sozialen Medien oder die empfundene soziale Isolation“, sagt Seniorautorin Professor Dr. Elizabeth Miller in einer Mitteilung der Universität. Es könne zum einen sein, dass sich einsame Menschen verstärkt den sozialen Netzwerken zuwenden. Es sei aber auch möglich, dass die erhöhte Nutzung dieser Medien bewirkt, dass man sich von der sozialen Welt isoliert fühlt. „Aber selbst wenn die soziale Isolation zuerst da war, wird diese durch online verbrachte Zeit nicht abgemildert“, folgert Miller. Für die Studie hatten die Wissenschaftler etwa 1800 junge Erwachsene im Alter von 19 bis 32 Jahren über ihre Netzgewohnheiten befragt. Dabei hatten sie sowohl die Gesamtzeit als auch die Regelmäßigkeit erfasst, mit der die Teilnehmer elf Medien wie Facebook, YouTube und Twitter besuchten.

ch/PZ/NK

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