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Müll im Meer: Speisefische mit Mikroplastik belastet

11.01.2016

Mikroplastikpartikel im Meerwasser stellen nicht nur für Seevögel, Wale und Lebewesen am Meeresboden, sondern auch für Speisefische wie Kabeljau und Makrele eine Gefahr dar. Das zeigt eine Studie von Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI).

Speisefische sind mit Mikroplastik belastet.
Plastikreste haften besonders gut auf der strukturierten und klebrigen Oberfläche des Blasentangs. Dadurch nehmen auch Pflanzenfresser wie Strandschnecken Mikroplastik auf.
© Alfred-Wegener-Institut/Uwe Nettelmann

Bei der Makrele schwankte der Prozentsatz der Tiere mit Mikroplastik in den Verdauungsorganen je nach Meeresregion zwischen 13 und 30 Prozent. Damit verschlucken Makrelen deutlich häufiger Mikroplastikpartikel als in Bodennähe lebende Fischarten wie Flunder und Kliesche. Dagegen scheint beispielsweise der Hering zu bestimmten Jahreszeiten gar keine Mikroplastikpartikel aufzunehmen. „Die Ursache dafür liegt vermutlich im Fressverhalten der Fische“, sagt AWI-Biologe und Studienleiter Dr. Gunnar Gerdts. „Bei den gefundenen Mikroplastikpartikeln gehen wir davon aus, dass die Tiere die in der Wassersäule treibenden Fragmente ganz zufällig bei der Futtersuche mit aufgenommen haben." Anders sehe es bei einer Vielzahl der Plastikfasern aus, die die Forscher vor allem bei den Makrelen gefunden haben. Vermutlich hätten die Fische sie für Beute gehalten.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Fischarten, die an der Wasseroberfläche oder in den oberen Schichten nach Fressbarem suchen, eher Gefahr laufen, Plastik zu verschlucken, als andere“, so Gunnar Gerdts. Über die Folgen der Plastikaufnahme für die Fische ist bisher jedoch wenig bekannt. In der Studie haben die Wissenschaftler den Verdauungstrakt und Mageninhalt von 290 Makrelen, Flundern, Heringen, Dorschen und Klieschen aus der Nord- und Ostsee untersucht. Plastik verrottet nicht, es verwittert nur. Das heißt, es zerbricht – zermürbt durch Sonnenlicht, UV-Strahlen, Wind und Wellen – in immer kleinere Fragmente. Sind diese Plastikreste kleiner als fünf Millimeter, gehören sie zum sogenannten Mikroplastik, das Forscher inzwischen in allen Weltmeeren nachweisen konnten.

AWI/RF

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