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Warum werde ich rot?

30.07.2013

Frau von hinten in Meditationshaltung auf einer Wiese mit Blick aufs tiefer gelegene Meer
Beim Yoga kann man eine "Kälteübung" einbauen, die hilft, das Erröten zu kontrollieren.
© mauritius images

Das antwortet Professor Dr. Uwe Gieler von der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg:

Wenn man sich schämt, steigt durch die Emotion der Adrenalinspiegel, und gleichzeitig findet bei einigen Menschen eine Gefäßerweiterung statt. Die Rötung und das Hitzegefühl entsprechen einer vermehrten Durchblutung der Haut. Psychologen halten die Schamröte für eine uralte, möglicherweise biologisch angelegte Reaktion: Sie teilt anderen Menschen etwa mit, dass wir eine soziale Regel verletzt haben, dass wir das wissen und dass es uns leid tut. Rot werden kann man aber auch, wenn man plötzlich im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Manche leiden unter dem Erröten so stark, dass sich daraus eine regelrechte Angst entwickelt. Experten nennen sie "Erythrophobie" (vom griechischen erythros = rot und phobos = Angst).

Was kann man tun?

Immer daran denken: Erröten ist eine ganz normale körperliche Erscheinung. Es möglichst zu ignorieren, ist immer sehr hilfreich. Man kann sich selbst beruhigen, indem man sich fragt, wie man selbst reagieren würde, wenn man jemanden mit einer solchen Errötung sieht. Man schaut kurz hin, dann aber wieder weg. Wenn man trotzdem ein Problem damit hat, kann man vor wichtigen Terminen Make-up auflegen und eventuell Mentaltraining machen. Das Erlernen einer Entspannungstechnik mit Kältevorstellung ist hierbei manchmal hilfreich. Beim Ausführen von progressiver Muskelentspannung oder Yoga kann man eine "Kälteübung" einbauen, bei der eine arktische Umgebung, ein Eisberg oder frisches kaltes Quellwasser visualisiert wird. Beim Autogenen Training lautet eine mögliche Selbstformel: "Mein Gesicht ist ganz kühl und ruhig." Dies kann helfen, akutes Erröten zu vermindern, aber nicht wegzudrücken. Menschen mit Erythrophobie kann Psychotherapie helfen. Für extreme Fälle gibt es verschreibungspflichtige Medikamente wie Betablocker.

Narimaan Nikbakht

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