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Weniger Herzrhythmusstörungen während des Lockdowns

Dr. Karen Zoufal  |  28.12.2020

US-Kardiologen haben eine unerwartete Beobachtung gemacht: Während der Corona-Pandemie sind bei Personen mit einem implantierten Herzschrittmacher weniger Herzrhythmusstörungen aufgetreten. Eigentlich hatten die Mediziner genau das Gegenteil erwartet. Über ihre Ergebnisse berichten sie in der Fachzeitschrift „European Heart Journal“.

Älterer Mann sitzt mit einer Tasse Tee in der Hand vor seinem Laptop am Schreibtisch.
Offenbar reduziert Arbeiten im Homeoffice Stress und ist gut für die Herzgesundheit.
© thodonal/iStockphoto

Im Vergleich zum Vorjahr kam es zwischen Ende Januar und Ende April unter mehr als 1700 Patienten zu 32 Prozent weniger behandlungsbedürftigen Herzrhythmusstörungen. Mit jeder Woche, in der aufgrund der Pandemie Einschränkungen herrschten, hatten sie weiter abgenommen und waren besonders niedrig in den Wochen, in denen die Bevölkerung gebeten worden war, konsequent zu Hause zu bleiben. Besonders in Bundesstaaten, in denen die Fallzahlen überdurchschnittlich hoch waren, traten Herzrhythmusstörungen seltener auf. Deshalb gehen die Mediziner von einem Zusammenhang mit dem Verlauf der Corona-Pandemie aus.

Über die Gründe für den Zusammenhang lässt sich derzeit nur spekulieren. Möglicherweise hat das Arbeiten im Home-Office bei vielen Menschen Stress reduziert. Sie könnten sich in dieser Zeit auch weniger körperlich angestrengt haben. Als weiteren Grund vermuten die Kardiologen den Wegfall von nervenaufreibenden Sportereignissen: Das Mitfiebern kann durchaus Herzrhythmusstörungen begünstigen, wie Studien beispielsweise während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gezeigt haben. Auch könnte das Fehlen von Restaurantbesuchen dazu geführt haben, dass die Menschen sich ausgewogener ernährt haben. Das sind aber alles Theorien, die sich aus den bisherigen Studienergebnissen nicht beweisen lassen.

Quelle: DOI 10.1093/eurheartj/ehaa893

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