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Entzündungen der Niere und der Harnwege

Was ist das? - Definition
Harnwegs

  • und Niereninfektionen sind meist bakterielle Entzündungen der unteren oder oberen Harnwege (z. B. Blase, Harnröhre, Prostata oder Nierenbecken), die sich in Symptomen, Verlauf und Behandlung unterscheiden. Sie heilen meist gut aus, können aber unbehandelt teilweise zu ernsthaften Komplikationen führen.



Krankheitsbild
Die Harnwege werden beim Menschen in obere und untere Harnwege eingeteilt. Zu den Entzündungen der unteren Harnwege gehören die Blasenentzündung (Zystis), die Harnröhrenentzündung (Urethritis) und die Prostataentzündung (Prostatitis). Sind die oberen Harnwege betroffen, kommt es zu einer sogenannten Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). In den meisten Fällen lösen Bakterien die Infektionen aus. Es können aber auch Viren oder Pilze beteiligt sein. Die Erkrankungen unterscheiden sich in Symptomatik, Verlauf und Behandlung. Männer und Frauen sind unterschiedlich oft betroffen.

Symptome/Verlauf
Frauen haben deutlich häufiger als Männer eine Blaseninfektion. Zu den Gründen gehören etwa die geringe Länge der Harnröhre sowie die Nähe zu Vagina und After. Das erhöht die Gefahr einer bakteriellen Infektion. Eine Blasenentzündung äussert sich in der Regel durch häufigen Harndrang und schmerzhaftes oder brennendes Wasserlassen. Ältere Menschen haben diese typischen Symptome teilweise nicht. Liegen keine weiteren Erkrankungen vor, heilt eine Blaseninfektion häufig innerhalb einer Woche von allein aus. Halten die Beschwerden länger als ein paar Tage an, kommt es zu Fieber, Rückenschmerzen, Blut im Urin oder liegt eine Schwangerschaft vor, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Eine medikamentöse Behandlung kann die Symptome verringern und den Krankheitsverlauf verkürzen. Bei Männern wird eine Blasenentzündung mitunter durch eine bakterielle Entzündung der Prostata (Prostatits) hervorgerufen, die sich durch Schmerzen im Dammbereich, Fieber und Schüttelfrost äussert. Eine Prostatitis sollte unbedingt ärztlich behandelt werden. Mitunter breitet sich eine Infektion der Harnwege weiter aus und führt zu einer Nierenbeckenentzündung. Typische Beschwerden sind Fieber, Schüttelfrost, Rückenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. In den allermeisten Fällen lösen Escherichia-Coli-Bakterien die Infektion aus. Harnröhreninfekte werden meist durch Bakterien wie etwa Clamydien oder Gonokokken (Tripper) übertragen. Vor allem Männer haben Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen oder Ausfluss aus der Harnröhre. Frauen haben seltener Symptome. Erfolgt keine Behandlung kann sich die Infektion ausweiten.

Folgen/Komplikationen
Harnwegsinfekte können sich auf die Nieren, Eierstöcke oder Hoden ausweiten und sollten unbedingt behandelt werden. Daneben besteht die Gefahr, dass akute Nieren- und Harnwegsentzündungen in eine chronische Verlaufsform übergehen. Veränderungen des Nierengewebes können die Folge sein.

Ursachen/Risikofaktoren
Gerade Frauen bekommen aufgrund der Kürze und Lage ihrer Harnwege oft eine wiederkehrende Blasenentzündung. Menschen mit Diabetes haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Blasenentzündungen und sollten bei Anzeichen unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch für Schwangere, Menschen mit anderen Vorerkrankungen und wenn Symptome wie Fieber, Rückenschmerzen oder Übelkeit hinzukommen. Auch Männer sollten Harnwegsinfekte immer ernst nehmen und rechtzeitig einen Arzt aufsuchen. Eine Blasenentzündung tritt bei ihnen zwar seltener auf, hat aber öfter Ursachen, die abgeklärt werden sollten wie zum Beispiel eine vergrösserte Prostata, Prostatitis oder Blasensteine. Eine Harnröhrenentzündung geht bei Männern häufiger auf ungeschützten Geschlechtsverkehr zurück und kann durch Tripper-Bakterien verursacht sein.

Das kann helfen
Das macht der Arzt: Bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt kann der Arzt durch Urin-, Bluttest oder bildgebende Verfahren die Ursache des Infekts abklären und behandeln. Häufig kommen Antibiotika und schmerzstillende Mittel zum Einsatz. Bei einer Blasenentzündung können auch pflanzliche Präparate helfen. Manchmal stellt der Arzt auch zugrundeliegende Erkrankungen wie Nierensteine, verengte Harnwege, vergrösserte Prostata oder Diabetes fest und leitet eine entsprechende Behandlung ein.
Das kann man selbst tun: Diese Massnahmen können gegen wiederkehrende Blasenentzündungen bei Frauen, aber auch generell zur Vorbeugung von Harnwegsinfektionen helfen:

  • mindestens 1,5 Liter am Tag trinken
  • regelmässiges Wasserlassen
  • nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren
  • nach dem Toilettengang von vorne nach hinten wischen
  • geschützter Geschlechtsverkehr.



Bearbeitungsstand: 18.03.2026

Quellenangabe:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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