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Herpes genitalis

Was ist das? - Definition
Herpes genitalis ist eine sexuell übertragbare Virusinfektion, die durch das Herpes-simplex-Virus verursacht wird. Sie führt zu schmerzhaften Bläschen im Intimbereich und kann immer wieder ausbrechen.

Krankheitsbild
Herpes genitalis wird meist durch das Herpes-simplex-Virus Typ 2, seltener durch Typ 1 ausgelöst. Die Infektion erfolgt über direkten Kontakt mit infizierten Schleimhäuten oder Körperflüssigkeiten, meist beim Geschlechtsverkehr. Nach der Erstinfektion verbleibt das Virus lebenslang im Körper und kann sich bei bestimmten Auslösern reaktivieren. Die Erkrankung betrifft Männer und Frauen, wobei letztere häufiger erkranken. Die Erstinfektion verläuft oft besonders heftig, spätere Ausbrüche meist milder. Die Viren ruhen in Nervenzellen und können durch Stress, Infekte oder hormonelle Veränderungen wieder aktiv werden.
Symptome/Verlauf
Die ersten Beschwerden treten meist zwei bis zwölf Tage nach der Ansteckung auf. Zu den typischen Symptomen zählen Rötung, Brennen, Jucken und ein unangenehmes Spannungsgefühl im Genitalbereich. Es bilden sich kleine, schmerzhafte Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Diese platzen auf, verkrusten und heilen innerhalb von ein bis drei Wochen ab. Oft leiden Betroffene auch unter Fieber, Abgeschlagenheit und geschwollenen Lymphknoten auftreten. Beim Wasserlassen kann es zu Schmerzen kommen. Die Symptome unterscheiden sich von Fall zu Fall. Während manche Betroffene unter starken Beschwerden leiden, verläuft die Infektion bei anderen fast unbemerkt. Wiederkehrende Ausbrüche sind möglich, aber meist schwächer ausgeprägt.
Folgen/Komplikationen
In der Regel verläuft Herpes genitalis harmlos. Komplikationen können jedoch auftreten, vor allem bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Die Infektion kann sich auf benachbarte Hautbereiche ausbreiten oder bei Neugeborenen zu schweren Erkrankungen führen, wenn sich die Mutter bereits infiziert hat. Auch psychische Belastungen durch die Diagnose sind nicht selten. Zudem erhöht ein aktiver Herpes das Risiko, sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV zu infizieren.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Übertragung erfolgt meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen:

  • früher Beginn sexueller Aktivität
  • viele Sexualpartner

 

  • Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten
  • Stress und geschwächtes Immunsystem
  • Hautverletzungen im Intimbereich

Das kann helfen
Das macht der Arzt: Häufig werden virushemmende Medikamente wie Aciclovir, Famciclovir oder Valaciclovir eingesetzt, meist in Tablettenform. Bei leichten Ausbrüchen können auch Cremes helfen.
Das kann man selbst tun: Stressvermeidung, eine gesunde Lebensweise und geschützter Geschlechtsverkehr beugen einer Infektion vor. Grenzen sind erreicht, wenn die Beschwerden stark sind, häufig wiederkehren oder in der Schwangerschaft auftreten. Dann ist ärztliche Hilfe unbedingt nötig.


Bearbeitungsstand: 30.12.2025

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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