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Bakterielle Arthritis

Was ist das? - Definition
Die bakterielle Arthritis ist eine durch Bakterien verursachte Entzündung eines Gelenks. Sie tritt meist plötzlich als akute infektiöse Arthritis auf und kann das Gelenk innerhalb kurzer Zeit dauerhaft schädigen. Seltener verläuft sie chronisch mit schleichendem Beginn.

kKrankheitsbild
Die bakterielle Arthritis ist eine durch Bakterien verursachte Entzündung eines Gelenks. Am häufigsten handelt es sich um eine akute infektiöse Arthritis, die plötzlich auftritt und rasch fortschreitet. Sie gilt als medizinischer Notfall, da die Entzündung innerhalb kurzer Zeit den Gelenkknorpel und den angrenzenden Knochen schädigen kann. Meist ist nur ein einzelnes Gelenk betroffen, häufig das Knie, die Hüfte oder die Schulter.
Die Infektion entsteht, wenn Bakterien in das Gelenk gelangen. Das geschieht zum Beispiel über die Blutbahn, im Rahmen einer anderen bakteriellen Infektion im Körper. Die Erreger können auch direkt in das Gelenk gelangen, etwa durch Verletzungen oder Operationen.
Neben der akuten Form gibt es auch eine chronisch-infektiöse Arthritis. Sie entwickelt sich langsam über Wochen oder Monate und ist insgesamt deutlich seltener. Ursache sind hier oft spezielle Erreger wie Tuberkulosebakterien. Eine besondere Form ist die bakterielle Gelenkentzündung bei einem künstlichen Gelenk, die als prothetische infektiöse Arthritis bezeichnet wird.

Symptome / Verlauf
Die akute bakterielle Arthritis beginnt meist abrupt. Das betroffene Gelenk schmerzt stark, ist geschwollen, überwärmt und kaum noch beweglich. Häufig kommen Fieber und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl hinzu. Schon kleine Bewegungen oder Berührungen können sehr schmerzhaft sein. Ohne rasche Behandlung verschlechtert sich der Zustand innerhalb kurzer Zeit. Eine Sonderform der bakteriellen Arthritis ist die Gonokokkenarthritis, die durch "Tripper-Bakterien" ausgelöst wird. Betroffene haben typischerweise einige Tage Fieber und Pusteln oder andere Hautläsionen.
Bei künstlichen Gelenken können die Symptome zum Teil milder sein und erst Monate nach der OP auftreten. Bei der chronisch-infektiösen Arthritis sind die Beschwerden oft weniger ausgeprägt und entwickeln sich schleichend. Gerade deshalb wird diese Form nicht selten erst spät erkannt.

Folgen / Komplikationen
Wird eine akute bakterielle Arthritis nicht schnell behandelt, kann sie das Gelenk dauerhaft zerstören. Der Gelenkknorpel wird innerhalb weniger Tage angegriffen, was zu bleibenden Bewegungseinschränkungen, Fehlstellungen oder chronischen Schmerzen führen kann. In schweren Fällen kann sich die Infektion über das Blut im Körper ausbreiten und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung verursachen.
Bei einer Infektion eines künstlichen Gelenks sind die Folgen oft besonders gravierend. Die Bakterien können sich an der Oberfläche der Prothese festsetzen und sind dort schwer zu beseitigen. Häufig sind dann längere Antibiotikatherapien und operative Eingriffe nötig, nicht selten bis hin zum Austausch oder vorübergehenden Entfernen der Prothese.

Ursachen / Risikofaktoren
Die bakterielle Arthritis entsteht meist dadurch, dass Bakterien aus einer anderen Infektion im Körper über die Blutbahn in ein Gelenk eingeschwemmt werden. Auch Verletzungen, Operationen oder medizinische Eingriffe am Gelenk können eine Eintrittspforte für Erreger sein.
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko deutlich. Dazu zählen ein höheres Lebensalter, chronische Erkrankungen wie Diabetes oder rheumatische Erkrankungen, ein geschwächtes Immunsystem sowie bestehende Gelenkschäden. Auch Menschen mit einem künstlichen Gelenk haben ein erhöhtes Risiko. Bei ihnen treten prothetische Gelenkinfektionen am häufigsten im ersten Jahr nach der Operation auf, sie können aber auch Jahre später noch entstehen, etwa im Zusammenhang mit einer bakteriellen Infektion an anderer Stelle im Körper.
Die chronisch-infektiöse Arthritis ist insgesamt selten. Sie betrifft häufiger Menschen mit einer rheumatoiden Arthritis oder einer ausgeprägten Immunschwäche.

Das kann helfen~k
Das macht der Arzt: Bei plötzlich auftretenden, starken Gelenkschmerzen sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser stellt die Diagnose und leitet bei Bedarf eine Therapie ein. Die Behandlung besteht in der Regel aus einer sofortigen Antibiotikatherapie. Häufig muss das entzündete Gelenk wiederholt gespült oder operativ gereinigt werden. Bei künstlichen Gelenken sind oft längere Behandlungen und der Austausch des Gelenks nötig.
Das kann man selbst tun: Betroffene sollten das erkrankte Gelenk schonen und ärztliche Anweisungen genau befolgen. Wichtig ist es ausserdem, andere Infektionen im Körper frühzeitig behandeln zu lassen und bei bestehenden Gelenkprothesen besonders aufmerksam auf neue Schmerzen oder Funktionsveränderungen zu achten.


Bearbeitungsstand: 18.02.2026

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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