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Mindestalter für Social Media? Wie soziale Medien Sucht fördern

Dr. Karen Zoufal  |  17.03.2026 12:40 Uhr

Warum macht Social Media süchtig? Ein Experte erklärt, warum Kinder und Jugendliche besonders gefährdet sind und wann Nutzung problematisch wird.

Unglücklicher Jugendlicher liegt auf einem Sofa, das Handy in der Hand.
Tag ein, Tag aus am Handy? Die Grenze von übermäßiger Social Media-Nutzung zu krankhaftem Verhalten erklärt ein Experte.
© Beatriz Herrera/iStockphoto

Eltern kennen es: Jugendliche sind von Bildschirmen kaum wegzubekommen. Wo Sucht anfängt und warum junge Kinder besonders gefährdet sind, erläutert der Experte Jan Michael Rasimus, Leiter des Eye-Tracking-Labors an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe.

Wann wird Social Media zur Sucht?

Mehr als ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen nutzt soziale Medien übermäßig. Krankhaft wird es bei: 

  • Kontrollverlust,
  • Beeinträchtigungen von wichtigen Lebensbereichen wie Schlaf, Schule oder Hobbys und
  • Fortsetzung der Nutzung trotz negativer Folgen

Warum Soziale Medien süchtig machen

Die meisten Plattformen streben eine maximale Verweildauer und Interaktionen an, um Daten zu gewinnen. „Daraus entstehen Designmechanismen wie Endlos-Scrollen, Autoplay, Push-Nachrichten, stark individualisierte Algorithmen und reizintensive Kurzvideos, die das Zeitgefühl aushebeln“, erklärt Rasimus. 

Derzeit untersucht die Europäische Kommission, ob die Plattformen durch ein „suchterzeugendes Design“ insbesondere junge Menschen zu einer problematischen Nutzung verleiten. Soziale Medien nutzen nämlich die Vorfreude auf eine Belohnung durch soziale Bestätigung sowie eine Unvorhersehbarkeit, die diese Erwartung ständig aktiviert. Das kann das Risiko für eine zwanghafte Nutzung erhöhen.

Warum jüngere Menschen so gefährdet sind

Bei Kindern und Jugendlichen entwickeln sich Selbstkontrolle und Impulshemmung erst, erläutert Rasimus: „Der präfrontale Kortex im vorderen Teil des Gehirns, der für Planung und Kontrolle wichtig ist, reift erst im jungen Erwachsenenalter vollständig aus. Gleichzeitig wirken in sozialen Netzwerken die Angst, etwas zu verpassen, und das Lustprinzip besonders stark.“

Hilft ein Mindesalter?

Altersgrenzen lösen seiner Meinung nach das Problem aber nicht wirklich. Rasimus empfiehlt stattdessen, die Digitalkompetenz junger Menschen zu erhöhen und sie gezielt mit dem Nutzen und den Risiken vertraut zu machen. Gleichzeitig müssten aber auch die großen Anbieter hinsichtlich des Designs ihrer Plattformen noch stärker in die Verantwortung genommen werden. 

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