Psyche

Alexander Zverev: "Mit Diabetes ist alles möglich!"

aponet.de  |  16.06.2023

Alexander Zverev hat viele große Erfolge gefeiert. Im vergangenen Jahr machte er seine Diabetes-Erkrankung öffentlich. Im Gespräch verrät der Tennis-Star, welche Botschaft er gerade an Kinder mit Diabetes hat.

Alexander Zverev
Alexander Zverev hat lange nicht öffentlich über seine Erkrankung gesprochen.
© Zverez Foundation

Herr Zverev, Sie haben seit Ihrer frühen Kindheit Typ-1-Diabetes. Erst vergangenes Jahr haben Sie Ihre Erkrankung öffentlich gemacht. Warum so spät?

Ich habe Zeit gebraucht, um erwachsen zu werden, mich mit der Krankheit auseinanderzusetzen und mich wohlzufühlen, wenn ich in der Öffentlichkeit darüber sprach. Vor allem wollte ich nie, dass man Mitleid mit mir hat oder die Krankheit als Ausrede benutzt, um Niederlagen zu erklären. Dazu wollte ich allen zeigen und beweisen, dass man trotz dieser Krankheit vieles erreichen kann. Mein Traum war es eigentlich, einen Grand Slam zu gewinnen und Nummer eins der Welt zu werden, und danach erst mit der Krankheit in die Öffentlichkeit zu treten. Nach der Goldmedaille bei de n Olympischen Spielen und zwei Weltmeisterschafts-Titeln habe ich mein Ziel noch nicht ganz erreicht, aber ich denke,es war doch der richtige Zeitpunkt.

Typ-1-Diabetes kennt keine Pause. Und zu hohe und zu tiefe Werte beeinflussen Gesundheit und Leistung negativ. Können Sie das auf dem Platz komplett ausblenden?

Ausblenden ist vielleicht das falsche Wort. Natürlich ist die Kontrolle meines Zuckerwertes immer präsent. Aber nicht bei jedem Ballwechsel, sondern bei den Wechseln, wenn ich eine Minute Zeit habe, zu schauen. Ich kann es mir natürlich nicht leisten, beim Spielen selbst daran zu denken. Sonst kann man auch nicht erfolgreich sein. Insofern ist das dann eher im Hinterkopf, aber nicht mehr.

Was tun Sie beim Match, um den Blutzucker in Schach zu halten?

Ich esse genau nach Plan und bereite mich extrem gut auf ein Match vor. Da habe ich eine große Routine entwickelt. Natürlich weiß ich nie, wie lang das Match ist und wie sehr es mich fordert. Aber mit der richtigen Ernährung habe ich schon mal einen guten Anfang gesetzt. Während des Matches muss ich auch schon mal Nachspritzen oder eben etwas zu mir nehmen, das mache ich meist mit einem Gel oder eben einer Insulindosis – je nach Zuckerwert.

Es gibt verschiedene Diabetes-Technologien. Welche nutzen Sie im Alltag?

Ich bin da tatsächlich altmodisch unterwegs. Ich nutze die kontinuierliche Messung mit einem Sensor, aber keine automatische Pumpe. Das heißt, ich lese die Werte an meinem Handy ab und nehme Kohlenhydrate oder spritze eben Insulindosen nach. Aufgrund meines Tennisspieles kann oder möchte ich nicht mit einer anderen Lösung arbeiten.

Im vergangenen Jahr haben Sie die Alexander Zverev Foundation "Aufschlag gegen Diabetes" gegründet. Was ist das Ziel Ihrer Stiftung?

Zunächst wollen wir helfen, weltweit Leben zu retten. In vielen Ländern geht es den Menschen einfach nicht so gut und Insulin ist nicht verfügbar. Daher wollen wir mit einem wachsenden Netz mit unseren Partnern die Versorgung verbessern. Das wird zunächst mit Einzelprojekten sein und vielleicht später größer werden. Darüber hinaus möchte ich aber auch in Deutschland helfen. Hier gibt es viel zu viel Ausgrenzung, zum Beispiel in Schulen, aber sogar innerhalb mancher Familien. Daher möchte ich helfen, Aufklärung zu betreiben und andere motivieren, die Krankheit zu akzeptieren und damit alle Ziele zu erreichen, die man sich setzen will. Gerade den Eltern möchte ich zeigen: Man kann mit Diabetes alles erreichen!

Welche Botschaft möchten Sie Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes geben, die mit ihrer Erkrankung hadern?

Das Wichtigste ist, dass man keine Angst haben darf und dass man sich keine Grenzen setzen darf. Man kann und soll ein ganz normales Leben führen. Viele haben früher gesagt, Leistungssport mit Diabetes ist nicht möglich, ich möchte zeigen, dass Sport sogar eher hilfreich ist. Dazu musst du natürlich selbst viel dazulernen, um dich und deinen Körper gut zu verstehen. Man braucht selbstverständlich Disziplin, aber ich sage immer wieder: "Besondere Menschen haben besondere Aufgaben im Leben".

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Katrin Faßnacht-Lee.

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