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Antibiotika: Häufige Gabe beeinflusst die Entwicklung von Kindern

02.07.2015

Wiederholte Antibiotika-Gaben könnten die Entwicklung von Kindern beeinflussen. Dies schließen US-amerikanische Wissenschaftler aus ihrer aktuellen Studie mit Mäusen, in der sie die Auswirkungen von zwei Vertretern gängiger Antibiotika-Gruppen untersucht hatten.

Ein kleines Mädchen erhält eine weiße Tablette.
Antibiotika sollten ohnehin sparsam verwendet werden - für Kinder gilt das besonders.
© Ermolaev Alexandr - Fotolia

Weibliche Mäuse, die Antibiotika erhalten hatten, nahmen stärker an Gewicht zu und hatten größere Knochen als unbehandelte Artgenossen. Außerdem störten beide Antibiotika die Darmflora, wie die Forscher online in der Fachzeitschrift Nature Communications berichten. Allerdings waren die nachgewiesenen Effekte bei den beiden Wirkstoffen unterschiedlich ausgeprägt. Drei kurze Behandlungszyklen mit einer hohen Dosis an Tylosin, das zwar nicht bei Kindern eingesetzt wird, aber die Antibiotika-Gruppe der Makrolide repräsentierte, hatte den stärksten und am längsten anhaltenden Effekt auf die Gewichtszunahme, berichten die Forscher. Das Breitbandantibiotikum Amoxicillin wirkte sich dagegen am stärksten auf das Knochenwachstum aus, das seinerseits die Körpergröße beeinflusst.

Darüber hinaus veränderte sich durch beide Antibiotika die Darmflora im Hinblick auf Reichtum, Vielfalt und Zusammensetzung der Organismen, so der Seniorautor der Studie, Dr. Martin Blaser vom New York University Langone Medical Center. Noch können die Wissenschaftler nicht genau sagen, welche Auswirkungen diese Veränderungen haben können. Allerdings stellten sie fest, dass Tylosin offenbar einen größeren Einfluss auf Entwicklung der Darmflora hat als Amoxicillin und dass dieser Effekt kumulativ ist. Das bedeutet: Mit jedem Antibiotika-Einsatz tritt dieser Effekt deutlicher zutage. Auch wenn es sich hier um eine Mäuse-Studie gehandelt habe, sollten die Ergebnisse dazu veranlassen, sich über die negative Seite eines übermäßigen Antibiotika-Einsatzes Gedanken zu machen, meinen die Forscher.

In der Studie hatten Mäuse entweder drei kurze Behandlungen mit Amoxicillin erhalten, mit Tylosin, oder einem Mix von beidem. Um einen Effekt, wie er bei Kindern auftreten würde, zu erzielen, hatten die Forscher die Tiere der gleichen Zahl von Verschreibungen und einer vergleichbaren Dosis ausgesetzt, wie sei ein Kind in den USA im Durchschnitt in den ersten zwei Jahren seines Lebens erhält.

HH

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