Wer Busse mit flexiblen Fahrdiensten kombiniert, bewegt sich im Alltag mehr. Eine Studie zeigt: Vor allem Menschen, die ohne Hilfe die Strecke zur Haltestelle nicht schaffen, profitieren davon.
Alltagsmobilität: Einfluss auf die Bewegung
Ein Forschungsteam der Osaka Metropolitan University hat untersucht, wie sich die Kombination aus flexiblen Fahrdiensten (Demand-Responsive Transport, DRT) und Linienverkehr auf die körperliche Aktivität auswirkt. Dafür nutzte es Schrittzähler und Daten einer bestimmten, reisebezogenen Gesundheitsapp. So konnte das Forschungsteam quasi-experimentell herausfinden, wie sich körperliche Aktivität in Verbindung mit verschiedenen Transportwegen unterscheidet.
Wer kennt nicht das Problem der ersten und letzten Meile?
Im Mittelpunkt stand das bekannte Problem der ersten und letzten Meile (First- and Last-Mile-Problem): Viele Menschen erreichen die Haltestelle vom Startort aus und von der Haltestelle den Zielort nicht bequem zu Fuß. Es hält viele Menschen davon ab, den Öffentlichen Nahverkehr im Alltag zu nutzen.
Mehr Bewegung bei Kombination von Fahrdiensten und Linienverkehr
So fand das Forschungsteam heraus: Wer flexible Fahrdienste mit dem Linienverkehr kombinierte, ging durchschnittlich täglich 1.730 Schritte mehr, als wer Fahrdienste in Anspruch nahm. Der Grund: Durch die bessere Anbindung nutzen mehr Menschen den öffentlichen Nahverkehr überhaupt erst – und bewegen sich dabei automatisch mehr, etwa auf dem Weg zu Abholpunkten oder beim Umsteigen.
Bewegung entsteht ganz nebenbei
Die zusätzliche Aktivität war nicht geplant. Nur wenige Teilnehmende nannten Gesundheit als Motivation. Stattdessen ergab sich die Bewegung aus dem Alltag. „Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Bus-Fahrdienst-Kombinationen körperliche Aktivität fördern könnten, indem sie die Häufigkeit der Nutzung des ÖPNV steigern – unabhängig davon, ob die Menschen vorhatten, gesünder zu leben“, erklärte Haruka Kato in einer Mitteilung zur Studie.
Quelle: DOI 10.1016/j.trip.2026.101862