Im Tiermodell ist es bereits gelungen: Mit Antikörpern konnte ein Forschungsteam eine Anaphylaxie bei Bienengift verhindern.

Ein Hoffnungsschimmer für alle Menschen mit Allergie gegen Bienengift: Mittels maßgeschneiderter Antikörper, sogenannter Nanobodies, war es einem Forschungsteam möglich, in allergischen Tieren schwere, allergische Reaktionen zu verhindern. Auf diese Laborstudie weisen die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und die Philipps-Universität Marburg hin.
Bei Honigbienengift löst nicht jeder Teil in gleicher Weise allergische Reaktionen aus. An den wichtigsten Teil für die Reaktion, das Hauptallergen, binden die speziell entwickelten, winzigen Nanobodies. Die körpereigenen IgE-Antikörper können mit dieser Art von „Hülle“ aus Nanobodies diesen Teil des Bienengifts weniger gut erkennen. Die Folge: Die allergische Reaktion bleibt in der gewohnten Stärke aus. Bei Tieren konnte das Forschungsteam so eine Anaphylaxie verhindern, in Blutproben von Menschen mit Bienenallergie waren die Reaktionen schwächer.
Das Besondere, laut den beiden Universitäten: Der Ansatz zeigt, dass nicht das vollständige Immunsystem beeinflusst werden müsse, um vor schweren Reaktionen einer Allergie zu schützen. Es könnte genügen, einen bestimmten Teil des Allergens zu blockieren, wie hier das Hauptallergen des Bienengifts.
Folgt man diesem Ansatz, könnten Menschen mit Allergien fertige, passende Antikörper bekommen, um sich für eine bestimmte Zeit vor schweren Reaktionen zu schützen. Bis es so weit ist, ist allerdings noch viel Forschungsarbeit notwendig.
Quelle: DOI 10.1038/s41467-026-69572-0
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