Weizenkleie ist ein Nebenprodukt der Mehlherstellung, aber gleichzeitig ein wertvolles Lebensmittel. Sie enthält viele Mikronährstoffe wie Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen und B-Vitamine. Vor allem punktet Weizenkleie aber mit einem Ballaststoffanteil von 45 Gramm pro 100 Gramm. Zum Vergleich: die meisten Kohl- und Apfelarten enthalten durchschnittlich 3 bis 4 Gramm pro 100 Gramm.
So regt Weizenkleie die Verdauung an
Die in Weizenkleie enthaltenen unlöslichen Ballaststoffe wirken vor allem dadurch, dass sie im Darm aufquellen, damit das Stuhlvolumen erhöhen und unter anderem so die Verdauung regulieren.
Fachleute empfehlen rund ein bis zwei Esslöffel Weizenkleie pro Tag. Wer bislang nicht viele Ballaststoffe gegessen hat, sollte sich vorsichtig an diese Menge herantasten. So kann sich die Verdauung an die neuen Anforderungen gewöhnen und es kommt nicht zu Bauchschmerzen oder Blähungen. Außerdem ist es sehr wichtig, genug zu trinken. Pro Esslöffel Kleie mindestens ein Glas Wasser, da sie sonst zu Verstopfung führen kann.
Phytinsäure: Darum sollte man nicht zu viel Kleie essen
Mehr Weizenkleie sollte es nicht sein, denn darin steckt auch Phytinsäure. Das ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der in den Randschichten von Getreide oder Hülsenfrüchten steckt. Phytinsäure kann unter anderem Kalzium, Magnesium, Zink und Eisen binden und so die Aufnahme der Nährstoffe verschlechtern. Die Nährstoffverluste durch Phytinsäure sind in der Regel jedoch so gering, dass sie keine negativen Effekte haben.
Übrigens: Phytinsäure zeigt in wissenschaftlichen Untersuchungen auch gute Eigenschaften. So scheint sie sich unter anderem positiv auf den Blutzucker- und Cholesterinspiegel auszuwirken und es gibt Hinweise darauf, dass sie vor chronischen Darmerkrankungen schützen kann. Dazu muss jedoch noch weiter geforscht werden.
Tipp: So lässt sich Weizenkleie untermogeln
Am einfachsten ist es, Weizenkleie in Porridge, Müsli oder Shakes zu rühren. Aber auch in Brotteig kann man bis zu 15 Prozent der Mehlmenge durch Kleie ersetzen. Wichtig ist es dann, etwas mehr Flüssigkeit zu verwenden und den Teig nach dem Kneten 10 bis 15 Minuten ruhen zu lassen, damit die Kleie die Flüssigkeit aufnehmen kann.