Mehr Omega-3 in Weidemilch
Forschende der University of Vermont haben mehr als 300 Milchproben aus dem Einzelhandel über den Verlauf eines Jahres untersucht. Die Ergebnisse wurden auf der Fachtagung Nutrition 2026, dem Jahreskongress der American Society for Nutrition, vorgestellt.
Verglichen wurden konventionelle Milch, Bio-Milch, Bio-Weidemilch sowie nicht-biologische Weidemilch. Dabei zeigte sich: Bio-Weidemilch enthielt im Durchschnitt die meisten Omega-3-Fettsäuren, konventionelle Milch die wenigsten. Pro Portion (240 Milliliter) lieferten Bio-Weidemilch im Mittel 88 Milligramm Omega-3-Fettsäuren, konventionelle Milch dagegen 25 Milligramm. Umgekehrt enthielt konventionelle Milch mehr Omega-6-Fettsäuren als Bio-Weidemilch. Normale Bio-Milch und Nicht-biologische Weidemilch lagen bei der Untersuchung nah beieinander im Mittelfeld.
Das Futter der Kühe macht den Unterschied
Nach Einschätzung der Forschenden hängt die Zusammensetzung der Fettsäuren vor allem damit zusammen, wie die Kühe gehalten und gefüttert werden. Tiere mit mehr Zugang zu Weiden und frischem Grünfutter produzierten offenbar Milch mit einem höheren Anteil günstiger Fettsäuren. Außerdem veränderte sich die Zusammensetzung im Laufe des Jahres, vermutlich weil sich die Qualität des Futters je nach Saison unterscheidet.
„Diese Ergebnisse tragen dazu bei, besser zu verstehen, welche Rolle verschiedene Produktionssysteme für die Nährstoffzusammensetzung und den potenziellen Nährwert von Milch spielen könnten“, sagte Studienleiterin Emily Youngmark, Doktorandin an der University of Vermont. Die Unterschiede bei den Fettsäuren könnten ein Aspekt sein, den Verbraucherinnen und Verbraucher beim Milchkauf berücksichtigen.
Was bedeutet das für die Gesundheit?
Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren gehören beide zu einer gesunden Ernährung. Fachleute empfehlen jedoch, besonders auf eine ausreichende Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren zu achten, da sie unter anderem mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Entzündungen in Verbindung gebracht werden.
Ob die Unterschiede zwischen den verschiedenen Milchsorten tatsächlich spürbare gesundheitliche Vorteile bringen, lässt sich aus der Studie jedoch noch nicht ableiten. Die Forschenden betonen, dass dafür weitere Untersuchungen nötig sind. Zudem handelt es sich bislang um vorläufige Ergebnisse, die auf einer Fachkonferenz präsentiert und noch nicht in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht wurden.