Wie lange braucht eine Tablette, bis sie im Blut ist? So kann die richtige Körperhaltung den Weg verkürzen

Rüdiger Freund  |  27.07.2026 12:09 Uhr

Wer Schmerzen hat, möchte möglichst schnell Wirkung spüren. Schon die Körperhaltung beim Schlucken kann entscheidend sein, wie Forscher der Johns-Hopkins-Universität zeigen. In einer Position gelangt eine Tablette mehr als doppelt so schnell in den Dünndarm wie im Sitzen.

Mann, liegt im Bett und ist im Begriff, eine Tablette zu schlucken.
Liegt man bei der Einnahme einer Tablette auf der rechten Seite, wird der Wirkstoff am schnellsten freigesetzt.
© Jelena Danilovic/iStockphoto

Wann eine Tablette ihre Wirkung entfaltet

Eine Tablette gelangt nach dem Magen in den Dünndarm, von wo der Wirkstoff in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Wie lange der Weg bis dahin dauert, hängt von mehreren Faktoren ab. Eine Computersimulation der Johns-Hopkins-Universität zeigt: Schon die Körperhaltung kann den Transport zum Dünndarm deutlich beschleunigen.

Studie: Rechte Seitenlage spart wertvolle Minuten

Die US-amerikanischen Forscher haben in einem Computermodell des menschlichen Magens herausgefunden, dass die Körperposition beim Tablettenschlucken entscheidend ist. Wenn man auf der rechten Körperseite liegt, gelangt die Tablette etwa 2,3-mal schneller in den Dünndarm als in aufrechter Haltung oder in Rückenlage – in nur rund 10 Minuten. Zum Vergleich: In Rückenlage dauert es ca. 23 Minuten, auf der linken Seite sogar über 100 Minuten.

Darum ist die Körperhaltung entscheidend

Der Weg einer Tablette vom Mund bis ins Blut führt zunächst durch den Magen und dann in den Dünndarm – dort erfolgt die eigentliche Aufnahme des Wirkstoffs in den Blutkreislauf. Der Magen ist sichelförmig gebaut und liegt überwiegend im linken Bauchraum. Die Speiseröhre verläuft rechts davon. Liegt man auf der rechten Seite, kann die Tablette durch die natürliche Schwerkraft schneller zur Magenöffnung in Richtung Dünndarm gleiten.

Liegt man hingegen auf der linken Seite, landet die Tablette in einem tiefer gelegenen Teil des Magens, von dem aus der Weg zum Darm deutlich länger ist. So erklärt sich der starke Unterschied bei der Wirkzeit – nur durch eine kleine Veränderung der Körperposition.

Auch der Mageninhalt beeinflusst die Wirkung

Ob Menschen dadurch Beschwerden tatsächlich spürbar schneller loswerden, hängt vom jeweiligen Medikament und weiteren Faktoren ab. Neben der Körperhaltung spielt auch der Zustand des Magens eine Rolle:

  • Nüchterner Magen: Viele Medikamente wirken schneller und besser, wenn sie auf leeren Magen eingenommen werden.
  • Zu Mahlzeiten: Manche Tabletten entfalten ihre Wirkung effektiver zusammen mit Essen.

Hier hilft ein Blick in die Packungsbeilage oder eine Beratung in der Apotheke, um auf Nummer sicher zu gehen.

Die sogenannte Bioverfügbarkeit – also der Anteil des Wirkstoffs, der tatsächlich im Blut ankommt – ist dabei von vielen Faktoren abhängig. Der Weg über den Magen-Darm-Trakt ist zwar komplex, aber auch der am häufigsten gewählte, weil er angenehm, einfach und kostengünstig ist. 

Quelle: DOI 10.1063/5.0096877

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