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Forscher finden zwei Arten von Depressionen

20.03.2015

Der Mangel an verschiedenen Botenstoffen im Gehirn verursacht jeweils unterschiedliche Arten von Depressionen. Das haben Forscher aus der Schweiz nachgewiesen. Dieser Befund könnte dazu beitragen, den Einsatz von Antidepressiva besser auf den Depressionstyp abzustimmen und dadurch ihre Wirksamkeit zu erhöhen.

Traurige junge Frau (um die 20), blond auf dem Boden sitzend, an Treppenstufe gelehnt, Kopf auf angezogenen Knien
Depression ist nicht gleich Depression: Entsteht sie durch einen Mangel am Botenstoff Serotonin im Gehirn, stehen depressive Verstimmung, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit im Vordergrund.
© Model colourbox.de

Depression ist nicht gleich Depression: Manche entstehen durch einen Mangel am Botenstoff Serotonin im Gehirn, andere durch einen Mangel an Noradrenalin; ebenfalls ein Botenstoff. Bei Serotonin-Mangel stehen depressive Verstimmung, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit im Vordergrund, während Patienten mit Noradrenalin-Mangel eher unter Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche und Ängstlichkeit leiden, schreiben die Forscher Gregor Hasler und Philipp Homan in der Fachzeitschrift Translational Psychiatry. Bislang konnte die Forschung die beiden Typen nicht unterscheiden, was den Einsatz von Antidepressiva erschwerte – diese wirken jeweils nur auf einen bestimmten Botenstoff. "Dieses neue Verständnis für den individuellen Krankheitsverlauf könnte uns dabei helfen, künftige medikamentöse Behandlungen gezielt auf einzelne Patienten abzustimmen", erläutert Hasler.

An der Studie nahmen 45 Personen teil, die in der Vergangenheit an einer schweren Depression erkrankt, jetzt aber soweit gesund waren, dass sie keine Medikamente mehr dagegen einnehmen mussten. Als Kontrollgruppe dienten 40 Personen ohne aktuelle oder zurückliegende psychische Erkrankung. Mittels einer speziellen Diät beziehungsweise eines Wirkstoffs wurden die Teilnehmer künstlich in einen Serotonin- oder Noradrenalin-Mangelzustand versetzt. Die ehemals depressiven Patienten, nicht aber die Kontrollpersonen, entwickelten daraufhin depressive Beschwerden. Dabei dominierten je nach fehlendem Botenstoff unterschiedliche Symptome, schreiben die Autoren vom Universitätsklinikum Bern.

RF/PZ

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