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Gehirn: Cannabis dämpft Motivation

03.07.2013

Cannabis-Raucher hängen lieber auf der Couch ab als ihrem Hobby nachzugehen oder zu arbeiten – Realität oder nur ein Klischee? Britische Forscher fanden jetzt heraus, dass im Gehirn von Menschen, die über einen längeren Zeitraum hinweg Cannabis konsumieren, offenbar tatsächlich geringere Mengen an Dopamin vorhanden sind, einem Botenstoff, der mit Motivation zusammenhängt.

Zwei männliche Jugendliche beim Kiffen
Je früher jemand mit dem Cannabis-Rauchen anfängt, desto niedriger ist der Spiegel des "Motivations-Botenstoffs" Dopamin in dessen Gehirn.
© Sven Hoffmann - Fotolia

Der gleiche Befund gelte für Personen, die sehr früh mit dem Cannabis-Rauchen begonnen hatten, berichten die Londoner Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Biological Psychiatry. Je mehr Cannabis geraucht wurde und je früher damit begonnen wurde, desto niedriger waren die Dopamin-Spiegel. Die geringsten Mengen des Botenstoffs fanden die Forscher im Gehirn von Personen, deren Cannabis-Konsum den Kriterien von Missbrauch und Sucht entsprach. Anhand des Dopamin-Spiegels könnte daher in Zukunft unter Umständen der Grad einer Cannabis-Abhängigkeit bestimmt werden, so die Vision der britischen Wissenschaftler.

Für ihre Untersuchung hatten die Forscher mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie die Dopamin-Produktion im Gehirn von 19 Cannabis-Konsumenten und 19 Nicht-Konsumenten untersucht. Die Cannabis-Raucher hatten ihre ersten Erfahrungen mit der Droge in einem Alter zwischen 12 und 18 Jahren gemacht. Die Wissenschaftler hatten sich auf Konsumenten konzentriert, die beim Kiffen Psychose-ähnliche Symptome zeigten. Dazu zählen seltsame Empfindungen und bizarre Gedanken wie das Gefühl, von einer fremden Macht bedroht zu werden. Eigentlich hatten die Forscher bei ihnen mit erhöhten Dopamin-Spiegeln gerechnet, da Psychosen in vorangegangenen Studien mit einer verstärkten Dopamin-Produktion in Verbindung gebracht wurden. Die aktuellen Studienergebnisse widersprechen damit den Erwartungen der Forscher.

Zudem hatten andere Studien, die den Dopamin-Spiegel ehemaliger Cannabis-Nutzer untersucht hatten, keinen Unterschied zu Personen gefunden, die noch nie mit der Droge in Berührung gekommen waren. Dies deute jedoch darauf hin, dass der Effekt von Cannabis auf die Dopamin-Produktion umkehrbar sei.

HH

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