Gesundheit

Long-Covid: Stationäre Reha hilft

PEF  |  02.07.2024

Starke Erschöpfung sowie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen machen vielen Menschen mit Long-Covid das Leben schwer. Eine aktuelle Studie zeigt, wie sich den Betroffenen helfen lässt. Darauf weist die die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V.

Ältere Frau, macht eine Yoga-Übung in der Reha.
Eine Reha mit Bewegungstraining, angepasst an die individuelle Belastbarkeit von Long-Covid-Patienten, zeigt in einer Studie gute Ergebnisse.
© Jacob Wackerhausen/iStockphoto

Eine Covid-Erkrankung macht den Patientinnen und Patienten oft nicht nur während des akuten Infektes zu schaffen. Fast jeder dritte Betroffene leidet auch noch nach drei Monaten unter den Folgen. Anlass für sechs Rehaeinrichtungen in der Post-Covid-Rehabilitation-Studie  mit knapp 1.100 Teilnehmern zu untersuchen, wie sich den Erkrankten helfen lässt. Sie litten meistens unter einer Kombination mehrere Symptome, vor allem einer ausgeprägten Erschöpfung, fachsprachlich Fatigue genannt, Atemproblemen und neurologischen Störungen. „Sie entsprachen damit dem, was wir heute als mittelschweres Post-Covid-Syndrom bezeichnen würden“, erklärt Studienleiter Professor Dr. Thomas Loew, Chefarzt der Abteilung für Psychosomatische Medizin am Universitätsklinikum Regensburg.

Der stationäre Reha-Aufenthalt dauerte in der Regel fünf Wochen. Zu der Therapie zählten kognitives Training, Atemtherapie, Achtsamkeitsübungen sowie psychotherapeutische Einzel- und Gruppengespräche. Hinzu kamen noch Entspannungsmethoden wie Yoga oder Qi Gong sowie ein individuell angepasstes Bewegungstraining. Die Maßnahmen ergänzten   noch Informations- und Aufklärungsveranstaltungen.

Bewegungstraining zeigt gute Erfolge

Und das mit Erfolg. Die Befürchtung, gerade ein Bewegungstraining würde die Betroffenen überfordern, die Fatigue verstärken und letztlich einen völligen Zusammenbruch herbeiführen, hat sich nicht bestätigt. „Vielmehr haben sich objektiv messbare Parameter wie die Gehstrecke, die in sechs Minuten zurückgelegt werden konnte, im Verlauf der Reha signifikant von 493 auf 534 Meter verbessert“, ergänzt Professor Dr. Volker Köllner, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung Psychosomatik am Reha-Zentrum Seehof, einem der teilnehmenden Zentren. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Intensität des Trainings der individuellen Belastbarkeit angepasst wird.

41 Meter mehr – das klingt nicht nach viel. „Am Ende lagen die Durchschnittswerte nahe an der normalen körperlichen Belastbarkeit“, erklärt Loew. Auch die Lungenfunktion und andere Messwerte, die auf die Kondition  und Atmung hinweisen, verbesserten sich deutlich.  Das gilt auch für psychische Symptome. „Rund 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewerteten die Qualität der Behandlung als gut bis ausgezeichnet, würden selbst wiederkommen und die Reha auch weiterempfehlen“, lautet das Fazit von Loew. Sein Kollege Köllner schränkt allerdings ein: „Wann wie viele der Teilnehmenden ihre Arbeit schlussendlich wieder voll oder teilweise aufnehmen können, wissen wir noch nicht, weil die Nachbeobachtungsphase noch läuft.“

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