Magen- und (Zwölffinger-) Darmgeschwüre

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  02.01.2026 00:00 Uhr

Magengeschwüre und Zwölffingerdarmgeschwüre sind offene Stellen in der Schleimhaut des Magens oder des oberen Dünndarms. Sie entstehen, wenn die schützende Schleimhaut geschädigt ist und die aggressive Magensäure das Gewebe angreift. Diese Geschwüre können schmerzhaft sein und ernsthafte Komplikationen verursachen.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Ein Geschwür ist eine tiefe Schleimhautverletzung, die meist durch ein Ungleichgewicht zwischen schützenden und schädigenden Faktoren im Verdauungstrakt entsteht. Magengeschwüre befinden sich direkt im Magen, Zwölffingerdarmgeschwüre im ersten Abschnitt des Dünndarms. Beide Formen gehören zu den häufigsten Erkrankungen des oberen Verdauungstrakts. Sie treten einzeln oder gleichzeitig auf und verlaufen oft chronisch.

Symptome/Verlauf

Die Beschwerden hängen von der Lage und Grösse des Geschwürs ab. Zu den typischen Symptomen zählen:

  • Brennende oder stechende Schmerzen im Oberbauch
  • Schmerzen nach dem Essen (bei Magengeschwür)
  • Schmerzen auf nüchternen Magen (bei Zwölffingerdarmgeschwür)
  • Völlegefühl
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Gelegentliches Erbrechen

Die Beschwerden können über Wochen oder Monate bestehen. In manchen Fällen treten kaum Symptome auf, bis es zu Komplikationen kommt. Wiederkehrende Schmerzen oder nächtliche Beschwerden sind ein Warnzeichen.

Folgen/Komplikationen

Unbehandelte Geschwüre können zu ernsthaften Problemen führen. Dazu zählen Magenblutungen, ein Durchbruch der Magenwand, eine Verengung des Magenausgangs durch Narbenbildung und chronische Entzündungen. In seltenen Fällen entartet ein Magengeschwür und führt zu Krebs. Besonders gefährlich sind stille Blutungen, die über längere Zeit zu Blutarmut führen können. Ein plötzlicher Durchbruch ist ein medizinischer Notfall.

Ursachen/Risikofaktoren

Die häufigsten Ursachen sind eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori und die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen Stress, Rauchen, Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung, familiäre Vorbelastung, chronische Magenschleimhautentzündung und ein geschwächtes Immunsystem. Nicht jeder Betroffene mit diesen Faktoren entwickelt ein Geschwür, aber sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit deutlich.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Er kann durch eine Magenspiegelung oder spezielle Tests die Diagnose stellen. Die Behandlung besteht meist aus Medikamenten, die die Magensäure reduzieren, die Schleimhaut schützen und mögliche Erreger wie Helicobacter pylori bekämpfen.
Das kann man selbst tun: Auf eine schonende Ernährung achten, Stress vermeiden und auf Alkohol und Nikotin verzichten. Grenzen sind erreicht, wenn starke Schmerzen, Blut im Stuhl oder Erbrechen auftreten. Dann ist eine ärztliche Kontrolle dringend erforderlich.

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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