Krankheitsbild
Dyspepsie bezeichnet funktionelle oder organische Störungen im oberen Verdauungstrakt. Sie tritt häufig auf und betrifft Menschen jeden Alters. Man unterscheidet zwischen funktioneller Dyspepsie, bei der keine organische Ursache gefunden wird, und organischer Dyspepsie, bei der eine konkrete Erkrankung wie ein Magengeschwür oder eine Entzündung vorliegt.
Die Beschwerden sind oft chronisch oder wiederkehrend und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Besonders nach dem Essen oder in Stresssituationen verstärken sich die Symptome.
Symptome/Verlauf
Die Symptome der Dyspepsie sind vielfältig und können einzeln oder in Kombination auftreten. Typisch sind:
- Völlegefühl nach dem Essen
- schnelles Sättigungsgefühl
- Oberbauchschmerzen oder Brennen
- Blähungen und Aufstossen
- Übelkeit, manchmal auch Erbrechen
Der Verlauf ist meist chronisch oder schubweise. Manche Betroffene haben nur gelegentlich Beschwerden, andere leiden dauerhaft darunter. Die Symptome können sich durch bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol, Nikotin oder Stress verschlimmern.
Folgen/Komplikationen
In den meisten Fällen ist Dyspepsie zwar unangenehm, aber harmlos. Dennoch kann sie zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führen. Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und soziale Rückzüge sind mögliche Folgen.
Bei organischen Ursachen wie Magengeschwüren oder einer Infektion mit Helicobacter pylori können unbehandelt Komplikationen wie Blutungen, Magendurchbruch oder eine chronische Entzündung entstehen. In seltenen Fällen steckt eine ernsthafte Erkrankung wie Magenkrebs dahinter.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursachen der Dyspepsie sind vielfältig. Bei der funktionellen Form lassen sich keine organischen Veränderungen nachweisen. Hier spielen oft mehrere Faktoren zusammen. Zu ihnen zählen Stress und psychische Belastungen, ungünstige Essgewohnheiten wie hastiges Essen oder grosse Portionen, fettreiche oder stark gewürzte Speisen, Alkohol und Nikotin sowie bestimmte Medikamente wie Schmerzmittel oder Antibiotika. Bei der organischen Dyspepsie liegen konkrete Erkrankungen zugrunde, etwa eine Magenschleimhaut-Entzündung, Magengeschwüre, Refluxkrankheit oder Infektionen mit Bakterium Helicobacter pylori.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Gespräche, Untersuchungen und eventuell eine Magenspiegelung klären, ob eine organische Ursache vorliegt. Bei Bedarf kommen Medikamente zum Einsatz, etwa Säureblocker, Mittel gegen Übelkeit oder zur Förderung der Magenbewegung. Auch einige pflanzliche Präparate lindern die Beschwerden.
Das kann man selbst tun: Regelmässige kleinere Mahlzeiten, Verzicht auf Alkohol, Nikotin und stark gewürzte Speisen, Stressabbau durch Bewegung oder Entspannungstechniken. Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn die Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten, sich verschlimmern oder mit Gewichtsverlust, Blut im Stuhl oder Erbrechen einhergehen. Dann sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.