Bei Frauen, die viel und intensiv Sport treiben, kann die Periode ausbleiben. Dabei handelt es sich nicht um ein Zeichen besonderer Fitness, betont die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in einer Mitteilung. Stattdessen sollte dieses Warnsignal ernst genommen werden: Häufig weise es auf ein hormonelles Ungleichgewicht hin, das auch Spätfolgen haben könne.
Amenorrhö: Die Blutung bleibt aus
Bleiben bei regelmäßigen Zyklen drei Monate lang, bei unregelmäßigen Zyklen sechs Monate, die Blutungen aus, sprechen Fachleute von einer Amenorrhö. Dazu erklärt Dr. Imke Mebes, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am endokrinologikum Kiel: „Die sportassoziierte Amenorrhö tritt besonders häufig bei sportlich hochaktiven jungen Frauen auf. Sie beschreibt das Ausbleiben der Menstruation infolge intensiver körperlicher Aktivität. Meist ist der Energieverbrauch dauerhaft höher als die Energieaufnahme. Chronischer körperlicher und mentaler Stress verstärkt diesen Effekt.“
So führt der Energiedefizit zur Amenorrhö
„Fehlt dem Körper über längere Zeit Energie, gerät die hormonelle Steuerung im Gehirn aus dem Takt. In der Folge reifen Eizellen nicht mehr heran und die Periode bleibt aus“, erklärt Mebes. Aber nicht nur Energieverfügbarkeit und Menstruationszyklus hängen zusammen: Ohne Periode ist auch der Östrogenspiegel niedrig. Dieser ist wichtig für den Knochenstoffwechsel, gerade in jungen Jahren: Bis zum frühen Erwachsenenalter wird der Großteil der Knochendichte aufgebaut. „Ein länger bestehender Östrogenmangel kann die Knochendichte verringern und das Risiko für Knochenbrüche und Osteoporose erhöhen“, betont die Ärztin. Weitere, mögliche Auswirkungen beträfen Herz-Kreislauf-System, Schlaf, Stimmung und Konzentration.
Drei Monate ohne Blutung: Ärztliche Abklärung nötig
Wer länger als drei Monate keine Periode hatte, sollte das, so die DGE, ärztlich abklären lassen. Bei diesen, weiteren Symptomen sollten Frauen schneller aktiv werden:
- schnelle Verletzungen,
- Knochenbrüche
- Erschöpfung
- Psychische Veränderungen
Ziel der Therapie bei Amenorrhö
Eine Therapie sollte die Ursache der Amenorrhö beseitigen, das heißt, das Energiedefizit anzugehen: Betroffene Frauen sollten genug Kalorien zu sich nehmen und in Erwägung ziehen, den Trainingsumfang gleichzeitig anzupassen. „Je früher insbesondere das Energiedefizit ausgeglichen wird, desto besser kann sich die hormonelle Steuerung erholen“, so Mebes. Zusätzlich dazu sei häufig eine gynäkologische Behandlung, oft in Form einer Hormontherapie, sinnvoll.