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Schlaganfall: Lysetherapie schnell beginnen

22.07.2014

Bei einer speziellen Form der Schlaganfall-Behandlung, der Lysetherapie, erhält der Patient eine Infusion mit einem Enzym, das Gerinnsel in Blutgefäßen des Gehirns auflöst. Eine deutsche Studie zeigt, dass sich diese Behandlung in den vergangenen Jahren auch im klinischen Alltag bewährt hat und bestätigt, wie wichtig es ist, die Lysetherapie schnell zu beginnen.

Nahaufnahme Arzt oder Krankenpfleger (blaue Kleidung) schaut auf Infusionsflasche in einer Hand, in der anderen hält er den Infusionsschlauch
Bei der sogenannten Lysetherapie ist entscheidend, wie bald nach dem Schlaganfall der Patient die Infusionen bekommt.
© pix4U - Fotolia

In speziellen, auf Schlaganfälle spezialisierten Zentren, den sogenannten Stroke Units, werde die Lysetherapie ebenso erfolgreich durchgeführt wie in klinischen Studien, berichten Experten von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Nach wie vor bleibt dabei der entscheidende Faktor die Zeit. Je kürzer die Spanne vom ersten Auftreten der Symptome bis zum Therapiebeginn, desto günstiger sind die Behandlungsergebnisse. So konnten zwei von 9 Patienten die Klinik ohne bleibende Schäden verlassen, wenn der Auflösungsprozess innerhalb von 90 Minuten nach Auftreten erster Symptome gestartet wurde. Dies war bei immerhin jeder sechsten Lysetherapie möglich.

Doch nicht jeder Betroffene deutet die Symptome auf Anhieb richtig. Zwei Drittel der Behandlungen konnten erst zwischen der 90. und 180. Minute durchgeführt werden, was die Erfolgsaussichten verschlechtert. Nur bei etwa einem von sechs war dann das Behandlungsergebnis gut. Verstrich noch mehr Zeit, verschlechterten sich die Chancen zunehmend. „Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute!“, sagt der Leiter der Studie, Professor Werner Hacke, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg.

Allerdings ist die Lysetherapie nicht für alle Schlaganfall-Patienten geeignet, zum Beispiel dann nicht, wenn der Schlaganfall die Folge einer Hirnblutung ist. „In diesem Fall könnte eine Lysetherapie fatale Folgen haben“, warnt Professor Joachim Röther von der DSG. Wie die Auswertung von Behandlungsergebnissen von 49 Stroke Units in Baden-Württemberg aus den Jahren 2008 bis 2012 zeigte, wurde die Lysetherapie nach Abklärung der Ursachen bei 12 bis 14 Prozent der Patienten durchgeführt.

DSG/DGN/HH

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