SeniorenGesundheit

Im Tierversuch: Alterungsprozesse im Hirn aufgehalten

09.12.2011

Die altersbedingten Hirnveränderungen können aufgehalten werden. Das haben Forscher der University of California in Los Angeles (USA) im Tierversuch gezeigt. An Ratten konnten sie über bestimmte Wirkstoffe die Ausschüttung von Eiweißen auslösen, die Veränderungen der Nervenzellen aufhalten, die für das Lernen und das Gedächtnis verantwortlich sind. Eines Tages, so die Forscher, könnten diese Erkenntnisse dabei helfen, Medikamente zu entwickeln, die die Hirnleistung von alternden Menschen verbessern.

Zeitung lesende Seniorinnen
Neue Forschungsergebnisse lassen Medikamente für eine gute Hirnleistung auch im Alter etwas näher rücken.
© GordonGrand - Fotolia

Mit dem Alter verändern sich die Verbindungen der Nervenzellen untereinander, die so genannten Synapsen. Besonders in den Hirnregionen, die für das Lernen oder das Gedächtnis verantwortlich sind, wie etwa dem so genannten Hippocampus, kann das schwerwiegende Folgen für die Hirnleistung und insbesondere das Erinnern haben.

Die amerikanischen Wissenschaftler haben nun einen wesentlichen Unterschied zwischen den Gehirnen von älteren und jüngeren Ratten gefunden: ältere Tiere hatten in ihrem Hippocampus deutlich geringere Konzentrationen des Eiweißes "brain-derived neurotrophic factor", kurz: BDNF. BDNF erhöht die Anzahl und die Stärke der Nervenzellverbindungen.

Die Forscher gaben den älteren Ratten daraufhin einen Wirkstoff, der den BDNF-Level erhöht. In den nachfolgenden Untersuchungen zeigte sich der gewünschte Effekt: die älteren Ratten hatten unter den erhöhten BDNF-Spiegeln tatsächlich mehr und auch stärkere Synapsen, vergleichbar mit denen jüngerer Tiere. Auch ein anderer Wirkstoff, der die BDNF-Zielstrukturen direkt aktivierte, führte zu einer verstärkten Ausbildung von Nervenverbindungen.

Für die Forscher sind ihre Erkenntnisse aus den Rattenversuchen viel versprechend: die altersbedingten Hirnveränderungen lassen sich aufhalten oder sogar umkehren. In Zukunft könne dies den Wissenschaftlern dabei helfen, effektive Medikamente gegen Erkrankungen zu entwickeln, die die Hirnleistung im Alter beeinträchtigen, wie etwa die Alzheimer-Krankheit. Noch allerdings ist es bis dahin ein weiter Weg.

KK

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