Studie: Wer Eier isst, hat ein niedrigeres Alzheimer-Risiko

Peter Erik Felzer  |  13.05.2026 08:50 Uhr

Wer regelmäßig Eier isst, könnte ein geringeres Risiko für Alzheimer haben. Darauf deutet zumindest eine große Langzeitstudie aus den USA hin, auch wenn der Zusammenhang nicht sicher bewiesen ist.

Ein älteres Ehepaar frühstückt: Eier, Mehrkornbrot und Saft stehen auf dem Tisch.
Eier frühstücken wegen des Alzheimer-Risikos? Studienergebnisse legen das nahe. Allerdings hat die Studie Schwächen.
© lucigerma/iStockphoto

Langzeitbeobachtung weist auf Zusammenhänge hin

Schon wenige Eier pro Woche scheinen statistisch mit einem niedrigeren Alzheimer-Risiko verbunden zu sein. Darauf deuten Auswertungen aus der seit 2002 laufenden Langzeitstudie „Adventist Health Study-2“ hin, vorgenommen von Forschern der Loma Linda University in Kalifornien/USA. In die Auswertungen flossen Daten von knapp 39.500 Menschen im durchschnittlichen Alter von 64 Jahren, die im Mittel über 15 Jahre begleitet wurden. In dieser Zeit erhielten 2.858 Personen eine Alzheimer-Diagnose. Zu Beginn der Studie fragte das Forschungsteam die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer nach ihren Ernährungsgewohnheiten.

Nach Eierkonsum eingeteilt

Die an der Studie beteiligten Forscher verglichen Menschen, die selten oder nie Eier aßen, mit Teilnehmern unterschiedlicher Verzehrgruppen. Dabei zeigte sich: Bereits ein moderater Eierkonsum war mit einem geringeren Risiko für Alzheimer verbunden. Wer zwei- bis viermal pro Woche Eier aß, hatte ein niedrigeres Erkrankungsrisiko als Personen ohne Eierkonsum. Am stärksten fiel der Zusammenhang bei fünf oder mehr Portionen pro Woche aus.

Warum Eier fürs Gehirn wichtig sein können

Eier enthalten mehrere Nährstoffe, die für das Gehirn bedeutsam sind. Dazu gehören unter anderem:

  • Cholin
  • Omega-3-Fettsäuren
  • die Aminosäure Tryptophan
  • Vitamin B12
  • die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin 

Diese Nährstoffe können im Gehirn jeweils unterschiedliche Aufgaben erfüllen, etwa als Bausteine für andere Stoffe, die der Kommunikation zwischen Nervenzellen dienen. Die Autoren vermuten, dass die Nährstoffe gemeinsam dazu beitragen könnten, altersbedingte Veränderungen im Gehirn zu verlangsamen.

Stärken und Schwächen der Studie 

Trotz der großen Teilnehmerzahl mit einer Fülle von Basisdaten bleibt die Aussagekraft der Studie begrenzt. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, bei der Forscher wahrscheinliche Zusammenhänge beobachten, ohne sie aber letztendlich beweisen zu können. Allerdings haben die Wissenschaftler die Einflüsse vieler anderer Ernährungsfaktoren, der Altersstruktur, des Alkohol- sowie Tabakkonsums und anderer Erkrankungen auf das Alzheimerrisiko herausgerechnet. Dennoch blieb der Zusammenhang zwischen dem Eierkonsum und dem Alzheimer-Risiko bestehen.

Alle Studienteilnehmer Angehörige einer religiösen Gruppe

Nichtsdestotrotz können immer noch andere, nicht mit eingerechnete Lebensstilfaktoren eine Rolle gespielt haben. Zudem gelten die Teilnehmer der Studie – allesamt Adventisten – im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen in den USA als gesundheitsbewusster. Viele rauchen nicht und nur wenige trinken Alkohol. Ob sich die Ergebnisse daher direkt auf andere Bevölkerungsgruppen übertragen lassen, ist unklar. Ein Faktor ist auch, dass die Ernährung nur einmal zu Beginn der Studie vollständig erfasst wurde, so dass Änderungen im Laufe der Zeit nicht sicher erkannt werden konnten.

Was bedeutet das für den Alltag?

Die Studienergebnisse liefern Hinweise darauf, dass Eier auch mit Blick auf die Gehirngesundheit Teil einer ausgewogenen Ernährung sein können. Die Studie gibt jedoch keinen Anlass, einseitig auf Eier in der Ernährung zu setzen, große Mengen davon zu verzehren oder andere Empfehlungen zur Demenz-Vorbeugung zu vernachlässigen. Bekannte Faktoren, die das Alzheimer-Risiko beeinflussen können, sind Bewegung, Nichtrauchen, ausreichend Schlaf sowie die Behandlung von Bluthochdruck oder Diabetes. Wichtig ist dabei zu beachten, dass alle bisher bekannten Maßnahmen zur Vorbeugung der Alzheimer-Krankheit keine Garantie bieten, nicht doch daran zu erkranken.

Quelle: DOI 10.1016/j.tjnut.2026.101541 

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