Ulcus molle

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  31.03.2026 00:00 Uhr

Ulcus molle ist eine sexuell übertragbare bakterielle Infektion, die durch Haemophilus ducreyi verursacht wird und typischerweise schmerzhafte, weiche Geschwüre im Genitalbereich hervorruft. Sie tritt in Europa nur selten auf.

Krankheitsbild

Ulcus molle, auch "weicher Schanker" genannt, ist eine sexuell übertragbare Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Haemophilus ducreyi verursacht wird. Dabei kommt es zu einer Infektion der Haut oder Schleimhaut im Genitalbereich. Typisch ist die Bildung schmerzhafter Geschwüre an den Geschlechtsorganen, die meist wenige Tage nach der Ansteckung auftreten. Die Erkrankung ist in Europa selten, kommt aber häufiger in tropischen und subtropischen Regionen vor.

Symptome/Verlauf

In der Regel entstehen 3 bis 5 Tage nach der Ansteckung zunächst kleine Hautveränderungen, die sich rasch zu schmerzhaften, weichen Geschwüren entwickeln. Diese Geschwüre können eitern, bluten und sich weiter ausbreiten. Häufig kommt es zusätzlich zu einer schmerzhaften Schwellung der Lymphknoten in der Leiste, die sich ebenfalls entzünden und Eiter bilden können. Ohne Behandlung kann die Erkrankung fortschreiten; teilweise heilen einzelne Geschwüre auch spontan ab, während andere bestehen bleiben oder sich ausbreiten.

Folgen/Komplikationen

Unbehandelt kann sich die Infektion auf die Lymphgefässe und Lymphknoten ausdehnen. Dabei können sich schmerzhafte Abszesse bilden, die nach aussen aufbrechen und zu Fistelbildungen führen. Ausserdem können sich die Geschwüre durch Selbstübertragung auf benachbarte Hautbereiche ausbreiten oder auch Narben bilden. Generell erhöht das Vorhandensein solcher offenen Hautstellen auch das Risiko, sich mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen, etwa HIV, anzustecken.

Ursachen/Risikofaktoren

Ursache ist eine Infektion mit dem Bakterium Haemophilus ducreyi, das hauptsächlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird. Auch direkter Kontakt mit infektiösen Hautveränderungen kann zur Ansteckung führen. Ein erhöhtes Risiko besteht bei sexuellen Kontakten in Regionen, in denen die Erkrankung häufiger vorkommt, sowie bei fehlendem Schutz.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika, wodurch die Erkrankung meist gut heilbar ist. Wichtig ist eine frühzeitige ärztliche Abklärung bei entsprechenden Symptomen. Zusätzlich sollten Sexualpartner mituntersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden, um erneute Ansteckungen zu vermeiden.
Das kann man selbst tun: Betroffene können selbst dazu beitragen, die Ausbreitung zu verhindern, indem sie bis zur vollständigen Abheilung auf sexuelle Kontakte verzichten und künftig Safer-Sex-Massnahmen wie Kondome anwenden.

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - CRM, CRM-Handbuch Reisemedizin, (2012)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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