Windpocken

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  31.03.2026 00:00 Uhr

Windpocken (Varizellen) sind eine sehr ansteckende Virusinfektion. Sie zählen zu den typischen Kinderkrankheiten. Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht und gehen typischerweise mit Fieber sowie einem juckenden Hautausschlag mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen einher.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Windpocken (Varizellen) sind eine sehr ansteckende Virusinfektion, die durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht wird. Sie treten vor allem bei Kindern im Alter von 2 bis 10 Jahren auf. Typisch ist ein juckender Hautausschlag mit kleinen, flüssigkeitsgefüllten Bläschen sowie leichtes Fieber. Die Erkrankung tritt vor allem im Kindesalter auf und gehört zu den häufigen Infektionskrankheiten. Nach einer durchgemachten Infektion bleibt das Virus lebenslang im Körper und kann später erneut aktiv werden und dann eine Gürtelrose verursachen. Seit 2004 wird in Deutschland eine Schutzimpfung empfohlen.

Symptome/Verlauf

Nach der Ansteckung vergehen meist etwa 10 bis 21 Tage, bis erste Beschwerden auftreten. Anfangs zeigen sich oft unspezifische Symptome wie leichtes Fieber, Müdigkeit und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Kurz darauf entwickelt sich der typische Hautausschlag: rote Flecken, aus denen stark juckende Bläschen entstehen, die sich über den ganzen Körper ausbreiten können. Diese Bläschen trocknen später aus und verkrusten. Bei gesunden Kindern heilt die Erkrankung meist innerhalb von ein bis zwei Wochen folgenlos ab, während Erwachsene häufig schwerer erkranken.

Folgen/Komplikationen

Windpocken verlaufen bei gesunden Kindern in der Regel ohne ernsthafte Folgen. Es können jedoch Komplikationen auftreten, insbesondere bei Erwachsenen, Neugeborenen, Schwangeren oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Dazu zählen bakterielle Infektionen der Haut durch aufgekratzte Bläschen sowie schwerere Verläufe bei denen es beispielsweise Lungenentzündungen oder Entzündungen des Gehirns kommen kann. Zudem kann das Virus später im Leben wieder aktiv werden und eine schmerzhafte Gürtelrose auslösen.

Ursachen/Risikofaktoren

Ursache der Erkrankung ist das Varizella-Zoster-Virus. Windpocken sind hoch ansteckend und werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen, etwa beim Husten oder Niesen, sowie durch direkten Kontakt mit dem Inhalt der Hautbläschen. Erkrankte sind bereits ein bis zwei Tage vor Auftreten des Ausschlags ansteckend und bleiben es, bis alle Bläschen verkrustet sind. Ungeimpfte Personen stecken sich zu 90 Prozent nach Kontakt mit einer infizierten Person an. Geimpfte Personen erkranken in der Regel nicht oder zeigen nur einen leichten Verlauf. Ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe besteht bei Erwachsenen, Schwangeren, Neugeborenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Die Behandlung von Windpocken zielt vor allem darauf ab, Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Gegen die juckende Haut helfen beispielsweise spezielle Salben aus der Apotheke. Der Arzt kann je nach Verlauf Medikamente gegen den Juckreiz verordnen und in schweren Fällen antivirale Mittel einsetzen. Eine wichtige Rolle spielt die Impfung: Sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen und schützt wirksam vor einer Erkrankung oder vor schweren Verläufen. Danach sollten Säuglinge und Kleinkinder ab 11 Monaten insgesamt zweimal geimpft werden.
Das kann man selbst tun: Betroffene können selbst dazu beitragen, den Krankheitsverlauf zu erleichtern, indem sie die Haut pflegen, den Juckreiz lindern und darauf achten, die Bläschen nicht aufzukratzen, um zusätzliche Infektionen zu vermeiden. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es helfen, die Fingernägel kurz zu schneiden oder ihnen Baumwollfäustlinge anzuziehen.

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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