Arzneimitteldatenbank

Mundsoor

Was ist das? - Definition
Beim Mundsoor handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Mundschleimhaut, die durch Hefepilze, meist Candida albicans, hervorgerufen wird. Sie tritt hauptsächlich bei Menschen auf, deren Abwehrkräfte geschwächt sind.

Krankheitsbild
Mundsoor, auch orale Candidose genannt, ist eine Infektion der Mundschleimhaut mit Hefepilzen. Am häufigsten ist Candida albicans beteiligt. Die Pilze besiedeln normalerweise die Schleimhäute, ohne Beschwerden zu verursachen. Bei gestörter Immunabwehr oder nach bestimmten Medikamenten kann es jedoch zu einer übermässigen Vermehrung kommen. Die Erkrankung betrifft oft die Zunge, den Gaumen, die Innenseite der Wangen und Lippen.

Symptome/Verlauf
Typisch sind weissliche, abstreifbare Beläge auf der Schleimhaut, unter denen sich gerötete und teils blutende Stellen befinden. Zu den weiteren Symptomen zählen Brennen, Schmerzen, pelziges Gefühl im Mund, Geschmacksstörungen und Mundgeruch. In schweren Fällen kann es zu Schluckbeschwerden und Problemen beim Sprechen kommen. Die Beschwerden entwickeln sich meist innerhalb weniger Tage und klingen bei Behandlung nach etwa einer Woche ab.

Folgen/Komplikationen
Bei immungeschwächten Personen kann sich die Infektion ausbreiten und andere Organe wie Speiseröhre, Herz oder Lunge befallen. In seltenen Fällen entsteht eine sogenannte Candida-Sepsis, die lebensbedrohlich sein kann.

Ursachen/Risikofaktoren
Die wichtigsten Ursachen und Risikofaktoren sind:

  • geschwächtes Immunsystem
  • Antibiotika- oder Kortisontherapie
  • Diabetes
  • schlecht sitzender oder nicht ausreichend gepflegter Zahnersatz
  • Stress
  • Mangelnde Mundhygiene
  • Mangelernährung
  • Rauchen
  • Scheidenpilz bei der Geburt, der sich auf das Neugeborene überträgt
  • Verwendung von Asthmasprays
  • Chemotherapie


Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er verschreibt meistens Mittel, die gegen Pilze wirken, sogenannte Antimykotika. Diese wirken lokal als Lutschtabletten oder Mundspülung oder systemisch als Tabletten.
Das kann man selbst tun: Sorgfältige Mundhygiene, Reinigung von Zahnprothesen, Vermeidung von Zucker und regelmässiges Spülen des Mundes nach Medikamenteneinnahme tragen zur Vorbeugung bei. Grenzen sind erreicht, wenn starke Beschwerden auftreten, die Infektion wiederkehrt oder auf andere Regionen des Körpers übergreift. Dann ist eine ärztliche Behandlung unbedingt erforderlich.


Bearbeitungsstand: 23.12.2025

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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