Rachenentzündung
Was ist das? - Definition
Von einer Rachenentzündung spricht der Arzt, wenn die Schleimhaut zwischen Gaumen und Mandeln infiziert und schmerzhaft gerötet ist. Auslöser sind meist Viren, manchmal kommt später noch eine Entzündung mit Bakterien hinzu. Wird die Heilung verschleppt, kann die Krankheit in ein chronisches Stadium übergehen, das heisst die Entzündung dauert länger als drei Monate an, und kann dann gefährliche Folgekrankheiten auslösen.
Krankheitsbild
Eine Rachenentzündung, medizinisch Pharyngitis genannt, ist eine Entzündung der Schleimhaut im Rachenraum. Sie tritt häufig im Rahmen einer Erkältung oder Grippe auf und wird meist durch Viren, seltener durch Bakterien verursacht. Man unterscheidet zwischen der akuten und der chronischen Form. Die akute Variante entwickelt sich rasch und ist meist harmlos. Die chronische Form entsteht durch dauerhafte Reizung, etwa durch Rauchen oder trockene Luft, und kann über Wochen bestehen bleiben.
Symptome/Verlauf
Zu den typischen Beschwerden zählen Halsschmerzen, ein trockenes oder kratzendes Gefühl im Rachen, Schluckbeschwerden und Rötung der Schleimhaut. Bei bakteriellen Infektionen können Fieber, eitrige Beläge und geschwollene Lymphknoten hinzukommen. Die Symptome verstärken sich oft beim Sprechen oder Schlucken. In der Regel heilt eine virale Rachenentzündung innerhalb weniger Tage von selbst ab. Eine bakterielle Infektion kann länger dauern und erfordert unter Umständen eine gezielte Behandlung. Chronische Verläufe äussern sich durch ständiges Räuspern, Hustenreiz und ein Fremdkörpergefühl im Hals.
Folgen/Komplikationen
In seltenen Fällen kann sich die Entzündung auf benachbarte Bereiche ausbreiten und zu einer Mandelentzündung, Mittelohrentzündung oder Nebenhöhlenentzündung führen. Bei bakteriellen Infektionen, insbesondere durch Streptokokken, sind auch schwerwiegendere Komplikationen wie rheumatisches Fieber oder Nierenentzündungen möglich. Eine chronische Rachenentzündung kann zu dauerhaften Beschwerden und Veränderungen der Schleimhaut führen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigsten Ursachen sind:
- virale Infekte wie Erkältung oder Grippe
- Bakterien, vor allem Streptokokken
- Rauchen und andere Schadstoffe in der Atemluft
- trockene Luft und Kälte
- Refluxkrankheit, bei der Magensäure n den Rachenraum gelangt
- chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen
- übermässiger Stimmgebrauch
- Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich
- schwaches Immunsystem durch Stress oder Schlafmangel
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er entscheidet je nach Ursache über die Behandlung. Bei bakteriellen Infektionen kommen Antibiotika zum Einsatz. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol lindern die Beschwerden. Lokale Mittel wie Lutschtabletten oder Gurgellösungen mit entzündungshemmenden Wirkstoffen können zusätzlich helfen.
Das kann man selbst tun: Viel Trinken, Gurgeln mit Salzwasser oder Kamillentee, das Meiden von Rauch und trockener Luft sowie ausreichend Ruhe tragen zur Heilung bei. Die Grenzen der Eigenbehandlung sind erreicht, wenn hohes Fieber, starke Schluckbeschwerden oder eitrige Beläge auftreten. Dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Bearbeitungsstand: 23.12.2025
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.