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Bindehautentzündung durch Viren (Konjunktivitis epidemica)

Was ist das? - Definition
Die Konjunktivitis epidemica ist eine akute, hoch ansteckende Bindehautentzündung des Auges, die durch bestimmte Adenoviren verursacht wird. Typisch sind ein gerötetes Auge, Juckreiz, Lichtempfindlichkeit und Fremdkörpergefühl. Sie kann neben der Bindehaut auch die Hornhaut betreffen.



Krankheitsbild
Virale Bindehautentzündungen gehören insgesamt zu den häufigsten Formen der Bindehautentzündung. Eine besonders ansteckende Variante ist die sogenannte Konjunktivitis epidemica. Dabei handelt es sich um eine akute Entzündung der Bindehaut, die durch Adenoviren verursacht wird. Diese Viren sind weltweit verbreitet und können grössere Ausbrüche verursachen. Neben der Bindehaut kann auch die Hornhaut des Auges betroffen sein, weshalb häufig von einer Keratokonjunktivitis gesprochen wird.

Symptome/Verlauf
Die Bindehautentzündung beginnt nach der Ansteckung nach etwa fünf bis zwölf Tagen meist plötzlich. Typisch ist eine deutliche Rötung des Auges. Betroffene klagen über ein Fremdkörpergefühl, Brennen, Juckreiz, verstärkten Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit. Oft ist zunächst nur ein Auge betroffen, das zweite Auge erkrankt jedoch häufig einige Tage später ebenfalls. Im weiteren Verlauf kann die Hornhaut beteiligt sein. Dabei können oberflächliche Veränderungen oder Einlagerungen entstehen, die das Sehen vorübergehend beeinträchtigen. Die akute Bindehautentzündung klingt meist nach zwei bis vier Wochen ab.

Folgen/Komplikationen
In den meisten Fällen heilt die Erkrankung vollständig aus. Wenn die Hornhaut mit betroffen ist, können jedoch Trübungen oder sogenannte Infiltrate entstehen, die über Wochen oder sogar Monate sichtbar bleiben und die Sehschärfe zeitweise vermindern. Dauerhafte Schäden sind selten, können aber in Einzelfällen auftreten.

Ursachen/Risikofaktoren
Auslöser der Konjunktivitis epidemica sind bestimmte Typen von Adenoviren. Die Übertragung erfolgt vor allem durch direkten Kontakt, etwa über die Hände oder gemeinsam genutzte Gegenstände wie Handtücher. Da die Viren auf Oberflächen lange infektiös bleiben können, ist die Ansteckungsgefahr hoch. Eine durchgemachte Infektion schützt nur vor dem jeweiligen Virustyp, nicht jedoch vor anderen Adenovirus-Typen.

Das kann helfen
Das macht der Arzt: Da es keine spezifische antivirale Therapie gegen die verursachenden Adenoviren gibt, erfolgt die Behandlung in der Regel symptomatisch. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern und die Augen zu schützen. Kühlende Massnahmen und befeuchtende Augentropfen können die Symptome erleichtern. Bei ausgeprägter Hornhautbeteiligung entscheidet der Arzt über weitere therapeutische Schritte
Das kann man selbst tun: Wichtig sind konsequente Hygienemassnahmen, um eine Weiterverbreitung zu verhindern. Dazu gehören gründliches Händewaschen, das Vermeiden des Augenreibens, die getrennte Nutzung von Handtüchern und Kosmetika sowie das Meiden enger Kontakte während der ansteckenden Phase. Bei starken Schmerzen, deutlicher Sehverschlechterung oder anhaltenden Beschwerden sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.


Bearbeitungsstand: 02.04.2026

Quellenangabe:
Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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