Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Was sagt die Farbe des Bronchialschleims?

Aktuelles

Ärztin zeigt hustendem Mann ein Medikament.

Antibiotika gehören zu den häufigsten Arzneimitteln, die Ärzte bei Husten verordnen.
© Werner Heiber - Fotolia

Mo. 01. Oktober 2012

Bronchialschleim: Gelb heißt nicht unbedingt bakteriell

Bei Husten werten Ärzte eine gelb-grünliche Farbe des Bronchialschleims oft als Hinweis auf eine bakterielle Infektion und verschreiben Antibiotika. Die Farbe des Schleims könne jedoch kein eindeutiger Hinweis sein, sagte Dr. med. Peter Kardos aus Frankfurt. Vor Journalisten in Warschau kritisierte er, dass Antibiotika die bei Husten am häufigsten verordneten Medikamente seien.

Anzeige

Der Bronchialschleim besteht aus Wasser, dem weiße Blutkörperchen und abgestorbene Zellen, auch Bakterien, beigemischt sind. Je nach Menge dieser Substanzen verändert sich auch die Farbe des Schleims. "Ist der Schleim gelb, heißt das nicht zwangläufig, dass Bakterien für die Infektion verantwortlich sind", stellte Kardos klar. Selbst Menschen mit Asthma, an dem keine bakteriellen Erreger beteiligt sind, hätten bisweilen gefärbten Auswurf.

Kardos: "Anfangs sind es überwiegend Viren, die die Erkältung und damit den Husten verursachen. Antibiotika, die nur gegen Bakterien wirken, können dann noch nichts ausrichten." Um den Husten während dieser ersten Tage zu lindern, empfiehlt er Hustenreizstiller - auch pflanzliche zum Beispiel mit Thymian- oder Efeu-Extrakten. "Erst wenn der Husten nach zehn Tagen nicht besser geworden ist, deutet das auf eine hinzugekommene bakterielle Infektion hin, die mit Antibiotika behandelt wird", so der Mediziner. Kardos ist ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Bronchialheilkunde und Hauptautor der Leitlinie "Husten" der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie.

RF

"Verstehen Sie Arzt?"

Überall stolpert man über medizinische, für den Laien oft unverständliche Formulierungen. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Begriffe aus der Welt der Medizin und Pharmazie. Mehr Informationen zum Buch und zur Bestellung.

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Optimistische Frauen leben länger

Eine positive Einstellung macht das Leben nicht nur leichter, sondern auch länger.

Alter beeinflusst Nährstoffe im Blut

Nicht nur die Ernährung beeinflusst, wie gut wir mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt sind.

Blutdruck-Messung beim Arzt oft verzerrt

Offenbar werden zu hohe Werte in der Arztpraxis nicht immer erkannt.

Diese 3 Sportarten verlängern das Leben

Einige Sportarten wirken sich positiver auf die Gesundheit aus als andere.

ASS: Risiken werden überschätzt

Der schützende Effekt des Wirkstoffs auf Krebs und Herzkrankheiten überwiegt.

Zu viel giftiges Blei in Modeschmuck

Verbraucherschützer haben Modeschmuck, Lebensmittel und Waschmittel unter die Lupe genommen.

Cannabis verringert die Hirndurchblutung

Forscher warnen, dass dies die Gefahr für Alzheimer erhöhen könnte.

Lebenserwartung bei Krebs ist gestiegen

Trotzdem ist Krebs nach wie vor die zweithäufigste Todesursache.

Frauen fürchten, dass die Pille dick macht

Viele verwenden stattdessen weniger sichere Methoden zur Verhütung.

Erst Depression, dann kranker Magen

Seelische und körperliche Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf.

Warum Aspartam das Abnehmen erschwert

Der Süßstoff ist kalorienfrei, beeinflusst im Tierversuch aber den Stoffwechsel.

Reizdarmsyndrom wegen Gendefekt?

Forscher sind der Ursache für die Krankheit auf den Grund gegangen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen