Antidepressiva & Schwangerschaft: Übliche Dosen laut Studie sicher

Dr. Karen Zoufal  |  26.02.2026 12:03 Uhr

Antidepressiva für Schwangere? Standarddosen scheinen sicher, hohe Dosierungen aber nicht ohne Risiko – auch das Absetzen will gut bedacht sein.

Eine Schwangere nimmt ein Medikament ein.
Serotonin-Wiederaufnahmehemmer? In Standarddosierungen scheinen diese Antidepressiva für Schwangere sicher zu sein.
© Mykola Sosiukin/iStockphoto

Bestimmte Antidepressiva scheinen in normaler Dosis in der Schwangerschaft sicher zu sein: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit Beobachtungsdaten von mehr als 3.300 Müttern. 553 von ihnen verwendeten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), eine häufige Form von Antidepressiva. Allerdings schienen anhaltend hohe Mengen einen Einfluss auf die Plazenta zu haben und könnten das Risiko für eine intensivmedizinische Betreuung des Neugeborenen erhöhen.

Standarddosen scheinen in der Schwangerschaft sicher zu sein

Für die Studie betrachteten die Forschenden unter anderem das Geburts- und Plazentagewicht, die Nabelschnurlänge, Frühgeburt, den Zustand des Neugeborenen fünf Minuten nach der Geburt (Apgar-Test) und ob Neugeborene auf eine Intensivstation aufgenommen werden mussten. Dabei fanden sie keine Auffälligkeiten bei normalen Dosierungen der Serotonin-Wideraufnahmehemmer. Das spricht dafür, dass sie während der Schwangerschaft sicher sind. 

Bei hohen Dosierungen über lange Zeit ist eine engmaschige Betreuung nötig

Bei höheren Dosierungen wandelte sich das Bild: Wenn Antidepressiva in größeren Mengen und über längere Zeit verwendet wurden, stieg die Wahrscheinlichkeit für Veränderungen der Plazenta. Die Kinder mussten auch etwa doppelt so oft auf einer Neugeborenen-Intensivstation behandelt werden. 

„Unsere Ergebnisse stützen die Annahme, dass die Einnahme von SSRIs in Standarddosis während der Schwangerschaft sicher sein kann. Anhaltend hohe Dosen bergen jedoch zusätzliche Risiken. Diese Frauen sollten während der Schwangerschaft engmaschig ärztlich betreut werden“, folgerte Guro Pauck Bernhardsen vom Universitätsklinikum Akershus in einer Mitteilung zur Studie. 

Absetzen nicht immer einfache Lösung

Frauen, die Antidepressiva einnehmen und schwanger werden, fragen sich oft, ob sie die Medikamente weiter einnehmen können. Prof. Soili Marianne Lehto von der Universität Oslo erklärt das Problem beim Absetzen von Antidepressiva: „Unbehandelte schwere psychische Erkrankungen können sowohl für das Baby als auch für die Mutter gefährlich sein. Eine unzureichende Behandlung kann das Risiko für Rückfälle, Suizidgedanken, mangelnde Inanspruchnahme der Schwangerschaftsvorsorge und Komplikationen in der Schwangerschaft erhöhen. Für viele Frauen stellt diese Entscheidung im Zusammenhang mit Antidepressiva ein ethisches und medizinisches Dilemma dar.“

Quelle: DOI 10.1111/1471-0528.18337

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