Asthma und COPD: Warum richtig Inhalieren so wichtig ist

Pharmazeutische ZeitungElisabeth Kerler  |  21.01.2026 12:05 Uhr

Bei Asthma oder COPD kommt es nicht nur auf das richtige Medikament an, sondern auch darauf, wie es angewendet wird. Schulungen zur Inhalation können helfen, Fehler zu vermeiden – und zum Therapieerfolg beitragen.

Frau sitzt auf dem Sofa und verwendet einen Inhalator. Eine Hand liegt an ihrem Schlüsselbein.
Asthma oder COPD? Den Inhalator richtig zu verwenden, trägt zum Therapieerfolg entscheidend bei.
© Liubomyr Vorona/iStockphoto

„Der Patient muss verstehen, was seine Erkrankung mit ihm macht, denn das Selbstmanagement ist der wichtigste Therapiebaustein bei COPD und Asthma“, betonte Ina Richling, Apothekerin am St. Johannes Hospital in Dortmund, beim Fortbildungskongress Pharmacon. Werden Inhalatoren nicht richtig verwendet, kann das dazu führen, dass die Medikamente nicht richtig wirken. COPD (chronic obstruktice pulmonary disease) ist eine langfristige Lungenerkrankung, die in der Regel mit chronischem Husten, Auswurf, Atemnot und Engegefühl in der Brust einhergeht. 

Studie zeigt: Anwendungsfehler sind häufig

Wie verbreitet falsches Inhalieren ist, zeigt eine Untersuchung aus einem Schweizer Krankenhaus. Dort wurde bei 96 Menschen mit COPD überprüft, ob sie ihre Inhalatoren korrekt anwenden. Insgesamt nutzten sie 160 verschiedene Geräte.

Das Ergebnis: Mehr als 80 Prozent der Patientinnen und Patienten verwendeten mindestens einen Inhalator nicht optimal. Fast 70 Prozent der Geräte wurden falsch benutzt, häufig wegen eines kritischen Technikfehlers. Bei etwa jedem siebten Inhalator war zudem der Atemzug beim Einatmen zu schwach – ein Problem vor allem bei Pulverinhalatoren.

Apotheken bieten Inhalatorschulungen an

„Das sind gruselige Zahlen“, kommentierte Richling. Kritische Technikfehler könnten Apotheken mit einer Inhalatorschulung abfangen. Die pharmazeutische Dienstleistung „Einweisung in korrekte Inhalationstechnik" bezahlt die Krankenkasse für Versicherte:  

  • ab sechs Jahren nach Neuverordnung
  • bei Wechsel der Inhalationshilfe
  • wenn die letzte praktische Einweisung mindestens 12 Monate her ist

Inhalatorschulungen wirken

Solche gezielten Schulungen können die Anwendung deutlich verbessern. Eine Auswertung mehrerer Studien zeigt, dass sich Fehlanwendungen durch Schulungen stark reduzieren lassen:

  • bei Inhalatoren mit Dosieraerosolen um rund 84 Prozent
  • bei Pulverinhalatoren um etwa 62 Prozent

Richling rät zu Schulungen, auch dann, wenn bereits eine Einweisung in der Arztpraxis stattgefunden hat. „Doppelt und dreifach hält nun mal besser.“

Weniger Geräte, bessere Therapietreue

Neben der Technik spielt auch die Therapietreue eine wichtige Rolle. Sie steigt, wenn möglichst wenige unterschiedliche Inhalatoren verwendet werden. Hilfreich können Kombinationsinhalatoren sein, die mehrere Wirkstoffe in einem Gerät vereinen.

Wichtig ist außerdem: Es gibt nicht den einen perfekten Inhalator. Entscheidend ist, dass das Gerät zum Patienten passt und gut beherrscht wird. Hat jemand ein passendes Modell gefunden, sollte es möglichst beibehalten werden. Wenn Unsicherheiten bei der Inhalation bestehen, lohnt es sich, in der Apotheke gezielt nach der Inhalatorschulung zu fragen.

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