Gesundheit

Burn-out: Was Arzt und Apotheker dazu sagen

23.09.2011

Der Rücktritt des Schalke-Trainers Ralf Rangnick zeigt, dass das Erschöpfungssyndrom Burn-out weit verbreitet ist. Doch der Trainer hat rechtzeitig die Reißleine gezogen. Rangnick teilte mit, dass sein "derzeitiger Energielevel nicht ausreicht, um erfolgreich zu sein und insbesondere die Mannschaft und den Verein in ihrer sportlichen Entwicklung voranzubringen." Aber was ist Burn-out eigentlich? Was man dagegen tun, kann lesen Sie hier.

Ralf Rangnick im Fußballstadion
Noch im Mai 2011 gewann Ralf Rangnick mit seinem Fußballverein FC Schalke 04 den DFB-Pokal. Jetzt ist er wegen eines Erschöpfungssyndroms zurückgetreten.
© picture alliance / augenklick/firo Sportphoto

Der englische Begriff Burn-out bedeutet nicht anderes als "Ausbrennen". Oft sind es leistungsbereite, idealistische Menschen, die durch Überforderungen in Familie, Freizeit und Beruf in eine völlige Erschöpfung getrieben werden. Sie sind in der Folge auch seelisch niedergeschlagen, wiewohl sie anfangs – im Gegensatz zu Menschen mit einer Depression – oft noch unbeschwerte Phasen haben. Die Missstimmung oder Frustration bezieht sich zunächst auf etwas Konkretes wie die berufliche oder familiäre Situation und kann dann langsam auf andere Lebensbereiche übergreifen.

In jedem Fall dürfe man Burn-out nicht einfach als "Renten-Neurose" abwerten, also als Flucht aus der Arbeit in die Frührente, betonte Professor Dr. Dr. Dr. Felix Tretter vom Isar-Amper-Klinikum, München, auf dem 10. Suchtforum, das kürzlich in München stattfand. Zwar sei der Burn-out keine klar abgegrenzte Diagnose, dennoch müsse man schon die Frühstadien dieses arbeitsbezogenen Erschöpfungszustandes erkennen.

Oftmals tragen Burn-out-Patienten in der Apotheke keine eindeutigen Symptome vor, ergänzt Apotheker Ulrich Koczian, Vizepräsident der Bayerischen Landesapothekerkammer: "Kopfschmerzen, die man sich nicht erklären kann, Abgeschlagenheit, unter Umständen Probleme mit der Motivation oder unspezifische psychische Probleme, die man keinem bestimmten Krankheitsbild zuordnen kann. Nachfragen ergeben dann häufig, dass es sich um eine Arbeitsüberlastung handeln könnte. Dann hilft keine Selbstmedikation mehr. Es ist wichtig, dass der Patient dies erfährt und sich ärztlich behandeln lässt." Denn es müssen die Ursachen und nicht nur die Symptome kuriert werden.

Besteht der Verdacht auf Burn-out, empfiehlt sich für die Betroffenen eine gute ärztliche und vor allem psychologische Betreuung. Im Zweifel hilft ein stationärer Aufenthalt etwa in einer Klinik für Psychosomatik. Dort regenerieren sich die Patienten und lernen, Zeichen einer körperlichen sowie seelischen Überforderung besser wahrzunehmen. Sie lernen zudem, sich besser abzugrenzen, überzogene Leistungsansprüche abzuwehren und familiäre Konflikte zu klären.

Nach einer entsprechenden Therapie und mit einer entspannteren Einstellung ist es den meisten Patienten möglich, wieder in ihren Beruf zurückzukehren, ohne erneut in eine Erschöpfung hineinzusteuern.

FS/FH

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