Beschleunigter Puls und Herzrasen, auch Tachykardie genannt, liegen vor, wenn das Herz dauerhaft oder anfallsartig deutlich schneller schlägt als normal. In Ruhe sind das meist mehr als 100 Schläge pro Minute bei Erwachsenen. Das kann harmlos sein, etwa bei Stress oder Bewegung, aber auch Hinweis auf eine behandlungsbedürftige Herz- oder Allgemeinerkrankung.
Bei einer Tachykardie ist die elektrische Aktivität des Herzens beschleunigt oder ungeordnet. Das Herz pumpt schneller, manchmal auch unregelmässig. Die Anfälle können Sekunden bis Stunden dauern oder sogar dauerhaft bestehen. Manche Formen entstehen im Herzvorhof, andere in der Herzkammer. Nicht jede schnelle Herzfrequenz ist gefährlich, doch sie sollte ärztlich eingeordnet werden.
Die Beschwerden verlaufen sehr unterschiedlich. Einige Menschen merken wenig, andere fühlen sich stark beeinträchtigt. Typische Anzeichen können sein:
Der Verlauf reicht von seltenen gutartigen Episoden bis zu häufigen oder anhaltenden Anfällen. Bei bestimmten Formen kann es zu einer Verschlechterung der Herzleistung kommen.
Anhaltendes Herzrasen kann den Kreislauf belasten und zu Blutdruckabfall oder einer Ohnmacht führen. Bei längerem Bestehen drohen Herzschwäche oder Blutgerinnsel mit Schlaganfallrisiko, abhängig von der Art der Rhythmusstörung. Sehr schnelle Rhythmusstörungen aus den Herzkammern sind ein medizinischer Notfall.
Auslöser sind oft körperliche oder seelische Belastungen wie Stress, Fieber oder Flüssigkeitsmangel. Auch Herzkrankheiten, Schilddrüsenüberfunktion, Blutarmut oder Elektrolytstörungen spielen eine Rolle. Zu den Risikofaktoren zählen höheres Alter, Vorerkrankungen, übermässiger Alkohol- oder Koffeinkonsum sowie bestimmte Medikamente.
Das macht der Arzt: Er klärt mit einer Befragung, EKG und gegebenenfalls Blutuntersuchungen die Ursache ab. Je nach Befund kommen Beobachtung, Medikamente wie Betablocker oder andere Antiarrhythmika sowie spezielle operative Eingriffe infrage.
Das kann man selbst tun: Bekannte Auslöser meiden, ausreichend trinken, Stress reduzieren und auf Warnzeichen achten. Bei anhaltendem Herzrasen, starken Beschwerden, Ohnmacht oder Brustschmerz sollte man nicht selbst abwarten, sondern ärztliche Hilfe suchen.
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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