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Brustkrebs: Welche Rolle spielt die Ernährung?

09.02.2018

Viele Menschen würden etwas darum geben, mit Hilfe der Ernährung den Verlauf einer Krankheit beeinflussen zu können. Eine neue Studie mit Mäusen deutet nun darauf hin, dass dies bei Brustkrebs vielleicht möglich sein könnte. So könnte eine Asparagin-arme Ernährung womöglich die Gefahr für Metastasen verringern, wie die Forscher vom Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles, USA, berichten.

Ernährung könnte bei der Behandlung von Brustkrebs eine wichtige Rolle spielen.
Eine neue Studie deutet darauf hin, dass die Ernährung den Verlauf einer Brustkrebserkrankung beeinflussen könnte.
© Oksana Kuzmina - Fotolia

In Versuchen mit Mäusen mit Brustkrebs fanden die Forscher heraus, dass die Fähigkeit von Krebszellen, zu anderen Körperbereichen zu wandern, drastisch reduzierte wurde, wenn die Aminosäure Asparagin in der Ernährung verringert wurde. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift Nature berichten, fanden sie einen Zusammenhang zwischen Asparagin und der späteren Ausbreitung des Tumors. Erhielten die Mäuse Asparagin-reiches Futter, verbreiteten sich die Krebszellen schneller. Durch eine Ernährung, die arm an Asparagin war, konnte die Ausbreitung der Metastasen dagegen deutlich begrenzt werden.

Reich an Asparagin sind zum Beispiel Milchprodukte, Molke, Rindfleisch, Geflügel, Eier, Fisch und Meeresfrüchte, Spargel, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen sowie Soja und Vollkornprodukte. Die meisten Früchte und Gemüse enthalten dagegen wenig Asparagin. Die Studie trage zu der wachsenden Zahl von Hinweisen bei, nach denen die Ernährung den Verlauf einer Brustkrebserkrankung beeinflussen könne, sagt Knott. Sollten sich die Ergebnisse in weiteren Versuchen mit menschlichen Zellen bestätigen, könnten Krebspatienten durch eine Ernährungsumstellung möglicherweise die Wirksamkeit bestehender Therapien verbessern und die Entstehung von Metastasen verhindern, so die Hoffnung der Forscher.

In weiteren Studien wollen die Forscher nun zunächst bei gesunden Menschen untersuchen, ob eine Asparagin-arme Ernährung tatsächlich zu geringeren Asparagin-Mengen im Körper führt. Sollte dies der Fall sein, wäre der nächste Schritt eine klinische Studie mit Krebspatienten, die eine Ernährungseinschränkung, sowie Chemo- und Immuntherapie beinhalten würde.

HH

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