Gesund leben

Darmflora: Die Geheimnisse des Mikrobioms

22.05.2018

Mit dem groß angelegten American Gut Project starteten Wissenschaftler den Versuch, die menschliche Bakteriengemeinschaft im Darm genauer zu untersuchen. Auswertungen erster Daten von mehr als 11.000 Teilnehmern geben nun Hinweise darauf, wie sich Ernährung, Antibiotika oder psychische Erkrankungen auf die Zusammensetzung der Darmflora auswirken könnten.

Forscher sind den Geheimnissen des Darm-Mikrobioms auf den Grund gegangen.
Stehen häufig ganz unterschiedliche Gemüsesorten auf dem Speiseplan, wirkt sich das auf die Darmflora aus.
© nd3000 - Fotolia.com

Ernährung: Im Hinblick auf die Ernährung zeigte sich, dass sich die Anzahl an Pflanzenarten, die eine Person isst, auf die Vielfalt der Darmbewohner auswirkt. Bei Studienteilnehmern, die mehr als 30 verschiedene Pflanzenarten pro Woche aßen, war eine größere Anzahl unterschiedlicher Darmbakterien anzutreffen als bei Menschen, die in einer Woche zehn oder weniger Pflanzenarten aßen.

Antibiotika: Wie zu erwarten, war die Darmflora bei Teilnehmern, die in der Woche vor Abgabe der Proben Antibiotika eingenommen hatten, weniger divers als bei Teilnehmern, die im Jahr davor keine Antibiotika eingenommen hatten. Paradoxerweise war nach einer Antibiotika-Therapie jedoch die Zahl unterschiedlicher chemischer Stoffe, die im Darm nachweisbar waren, größer.

Bei Teilnehmern, die mehr als 30 Pflanzenarten pro Woche aßen, fanden die Forscher zudem weniger antibiotika-resistente Gene im Darm als bei Teilnehmern, die zehn oder weniger Pflanzenarten aßen. Warum das so ist, lasse sich anhand der Studie zwar nicht klären. Die Forscher vermuten jedoch, dass Menschen, die weniger Pflanzen essen, stattdessen möglicherweise mehr Fleisch von Tieren verzehren, die mit Antibiotika behandelt wurden oder verarbeitete Nahrungsmittel, denen Antibiotika als Konservierungsmittel zugesetzt wurde.

Psyche: Die Wissenschaftler hatten weiterhin die Darmflora von 125 Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie, posttraumatischer Belastungsstörung oder bipolarer Störung analysiert. Zum Vergleich ordneten sie jedem Teilnehmer einen psychisch gesunden Vergleichspartner zu, der in wichtigen Bereichen wie Land, Alter, Geschlecht oder BMI übereinstimmte. Menschen mit einer psychischen Erkrankung hatten im Hinblick auf die Darmflora mehr mit anderen psychisch Kranken gemein als mit ihrem psychisch gesunden Gegenpart. Außerdem gab es Hinweise darauf, dass bestimmte Bakterienarten bei Menschen mit einer Depression häufiger anzutreffen sind als bei Gesunden.

HH

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