Gesundheit

Die Eisheiligen: (un)erwartete Kälte Mitte Mai

10.05.2012

Im Mai hat man mit dem Winter gedanklich längst abgeschlossen. Doch die Eisheiligen können es noch einmal empfindlich kalt werden lassen. So anscheinend auch in diesem Jahr, wenn die Meteorologen Recht behalten.

Hier haben die Eisheiligen zugeschlagen: Nachtfrost überrascht viele Pflanzen.

Die Namen der Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia stehen sinnbildlich für die häufig Mitte Mai auftretenden Kälteeinbrüche in unseren Breiten. Dazu kam es, weil die fünf ehemaligen Bischöfe und Märtyrer Namenspatrone der Tage vom 11. bis zum 15. Mai sind.

Dieses seit Jahrhunderten bekannte Wetterphänomen der Eisheiligen konnten die offiziellen Temperatur-Aufzeichnungen der näheren Vergangenheit bestätigen: "Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in diesem Zeitraum im Mai fast regelmäßig Kaltlufteinbrüche beobachtet", sagt Gerhard Lux, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach. "Schuld an den ungemütlichen Temperaturen sind Nord- oder Nordwestwetterlagen, die Polarluft aus der Arktis direkt nach Mitteleuropa führen." In der Folge kann es zu leichtem bis mäßigem Nachtfrost kommen.

Die frostigen Zwischenspiele im Mai treten laut Lux jedoch immer seltener auf. In Frankfurt am Main gab es nach Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes derartige Kälterückfälle in den letzten Jahren lediglich zu etwa 60 Prozent. "Ein Grund dafür dürfte im Klimawandel hin zu einer allgemeinen Erwärmung liegen", vermutet der Meteorologe.

Trotzdem warten Hobby- und Balkongärtner in dieser Jahreszeit lieber noch ein paar Tage länger, bevor sie Tomaten oder Zucchini einpflanzen. "Es lohnt sich auf jeden Fall, Mitte Mai den Wetterbericht genauer zu verfolgen, um die Pflanzen nicht zu gefährden", rät Lux.

Die fünf Eisheiligen

  • Mamertus (11.5.), Bischof von Vienne im Südosten Frankreichs, gestorben um 475 in Vienne
  • Pankratius (12.5.), Märtyrer, gestorben um 304 in Rom
  • Servatius (13.5.), Bischof von Tongern, der ältesten Stadt Belgiens, gestorben um 384 in Maastricht
  • Bonifatius (14.5.), Märtyrer, gestorben um 306 in Tarsus, heute Türkei
  • Sophia (15.5.), Märtyrerin, gestorben um 304 in Rom

RF

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