Baby & Familie

Ein Drittel aller Babys nutzt mobile Medien

28.04.2015

Obwohl viele Kinderärzte Fernsehen, Computer, Smartphones und Tablets für unter Zweijährige eher kritisch sehen, gehören mobile Medien offenbar schon für Babys und Kleinkinder zum Alltag. Das haben US-amerikanische Wissenschaftler jetzt zeigen können.

Blondes Kleinkind, sitzend, macht Selfie mit Smartphone
Wer ein Selfie-Profi werden will, fängt möglichst früh an zu üben.
© 1dbrf10 - Fotolia

Mehr als ein Drittel der Babys, deren Eltern an der Studie teilnahmen, tippten schon, bevor sie Laufen oder Sprechen lernten auf Smartphones und Tablets herum, berichteten die Wissenschaftler auf einer Tagung von Kinderärzten in San Diego (USA). „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass schon sechs Monate alte Kinder damit beginnen, solche Geräte zu nutzen“, sagte Studienleiterin Hilda Kabali. „Einige dieser Kinder verbrachten bis zu eine halbe Stunde vor dem Bildschirm.“

Wie aus ihrer Befragung von 370 Eltern, deren Kinder zwischen sechs Monaten und vier Jahren alt waren, hervorging, war eine erstaunlich große Zahl an Kindern unter einem Jahr häufig Mediengeräten ausgesetzt. So hatte die Hälfte von ihnen schon Sendungen im Fernsehen gesehen, ein Drittel hatte schon auf einem Bildschirm getippt oder gescrollt, 24 Prozent hatten schon einmal jemanden angerufen, 15 Prozent nutzten Apps und 12 Prozent spielten Videospiele. Wie die Forscherin berichtete, nutzten mit zwei Jahren die meisten Kinder mobile Geräte. Bei der Frage nach der Zeitspanne stellte sich heraus, dass bei den Einjährigen eines von sieben Kindern mindestens eine Stunde pro Tag mit mobilen Geräten zubrachte. Die Anzahl der Kinder, auf die dies zutraf, stieg mit zunehmendem Alter an. Bei Vierjährigen galt dies schon für 38 Prozent der Kinder.

Den Eltern dienen mobile Geräte meist dazu, ihre Kinder zu beschäftigen: So ließen 73 Prozent der Eltern ihren Nachwuchs mit Smartphones oder Tablets spielen, während sie sich dem Haushalt widmeten. 60 Prozent nutzen die mobilen Geräte, wenn sie Besorgungen machten, 65 Prozent um ihre Kinder zu beruhigen und 29 Prozent um sie zum Einschlafen zu bringen.

HH

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