GesundheitspolitikBeratung

Erneuter Protest: Viele Apotheken am 2. Oktober geschlossen

PZ/NAS  |  29.09.2023

Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland reagieren auf die Pläne des Bundesgesundheitsministers zur Umstrukturierung des Apothekenwesens mit einem erneuten Protest: Viele Apotheken in Sachsen und Hessen wollen am kommenden Montag, 2. Oktober 2023, geschlossen bleiben.

Apotheke.
Für den Monat November hat die Apothekerschaft weitere Protestaktionen geplant.
© tupungato/iStock Editorial

Kurz vor dem Deutschen Apothekertag in Düsseldorf verbreitete Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) seine neuen Pläne für den Umbau des Apothekenwesens in der Presse (aponet.de berichtete). Die Apothekerinnen und Apotheker sind entsetzt und fühlen hintergangen: Statt die Apothekenlandschaft wirtschaftlich zu stärken, bewirkten die von Lauterbach angedachten Reformpläne genau das Gegenteil. Als Konsequenz haben der Hessische Apothekerverband Hessen (HAV) und der Sächsische Apothekerverband (SAV) zum Protest aufgerufen. Am 2. Oktober sollen die Apotheken landesweit geschlossen bleiben.

Viele Apotheken in Hessen und Sachsen bleiben geschlossen

„Die realitätsfernen Ideen des Bundesgesundheitsministers zeigen wieder einmal, dass Lauterbach die mittlerweile dramatische Versorgungslage in Deutschland und auch Sachsen komplett verkennt“, kritisiert der SAV-Vorsitzende Thomas Dittrich. Anstatt die Ursachen der Probleme anzugehen, würde Lauterbach mit seinen Plänen „die bewährten und vor allem hoch effizient arbeitenden Strukturen der Arzneimittelversorgung vor Ort erheblich schwächen“. Da ein konstruktiver Dialog seitens des Ministers offensichtlich nicht gewollt sei, bleibe nun nur der Protest, um auf die Missstände öffentlich aufmerksam zu machen, so Dittrich. Zuvor hatte bereits der Hessische Apothekerverband den 2. Oktober als landesweiten Protesttag ausgerufen, an dem die Apotheken geschlossen bleiben sollen.

Die Versorgung in beiden Bundesländern ist am 2. Oktober über die Notdienstapotheken sichergestellt. Die beiden Verbände bitten Patienten, Medikamente benötigen oder Rezepte einlösen wollen, dies an den Tagen davor oder wieder ab dem 4. Oktober zu tun, wenn die Apotheken wieder regulär geöffnet haben.

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