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Europa: Lücken bei der Hepatitis-Bekämpfung

04.01.2017

Obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) alle Staaten dazu aufgefordert hat, Strategien zur Bekämpfung der Virushepatitis B und C zu entwickeln, gibt es in Europa offenbar gravierende Lücken. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine große europäische Studie, berichten Vertreter der Patientenorganisation ELPA.

Bei der Arbeit im Krankenhaus herrscht erhöhte Gefahr, mit Hepatitis-Viren in Kontakt zu kommen, daher wir Hygiene hier großgeschrieben.
Bei der Arbeit im Krankenhaus herrscht erhöhte Gefahr, mit Hepatitis-Viren in Kontakt zu kommen, daher wir Hygiene hier großgeschrieben.
© WavebreakMediaMicro - Fotolia.com

Für die Hep-CORE-Studie wurden Patientenorganisationen aus 25 Ländern in Europa sowie zwei Ländern im angrenzenden Mittelmeerraum befragt. Das Resultat stellte die Europäische Patientenorganisation ELPA (European Liver Patients Association) kürzlich vor: Demnach fehlt es laut den Befragten in mehr als der Hälfte der Länder an nationalen Strategien zur Bekämpfung der Virushepatitis B (HBV) oder C (HCV). Die Studie habe unter anderem gezeigt, dass trotz dringender Notwendigkeit eines breit angelegten Monitorings und praktizierter Krankheitsüberwachung 17 Länder (63 Prozent) kein nationales Register für Virushepatitis B und 15 Länder (56 Prozent) keines für Hepatitis C führen, teilten die Patientenvertreter mit. Nur drei dieser Länder bieten der Studie zufolge uneingeschränkten Zugang zu hochwirksamen, direkt wirkenden, antiviralen Medikamenten zur Behandlung von Hepatitis C.

Offener Zugang zu Tests und Screening-Einrichtungen seien vor allem für Personen aus Hochrisikogruppen, etwa Menschen, die Drogen injizieren, oder für Gefängnisinsassen, von entscheidender Bedeutung, so die ELPA-Vertreter. Als gravierend schätzen sie es daher ein, dass in zwölf Ländern außerhalb von Krankenhäusern keine HCV-Tests oder Screenings für Hochrisikogruppen angeboten werden.

Jedes Jahr sterben ELPA zufolge 171.000 Menschen an den Folgen einer Virushepatitis. Die überwiegende Mehrheit der Todesfälle sei auf Spätfolgen chronischer HBV-und HCV-Infektionen zurückzuführen. Das Auftreten, beispielsweise von Hepatitis C, könne mit einer strengeren HCV-Überwachung in allen europäischen Ländern, effektiven Screening-Programmen, einer Behandlung mit hochwirksamen Therapien und einer engen Zusammenarbeit der Akteure deutlich reduziert werden, sagt auch Professor Massimo Colombo von der Universität Mailand und Vorsitzender der EASL International Liver Foundation.

HH

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